Examinatorium Zivilrecht
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Erfahrungsberichte

Es folgt eine Auswahl von Erfahrungsberichten, die uns Absolventen des ersten juristischen Staatsexamens in den vergangenen Jahren zukommen ließen.
Wir freuen uns stets über neue Zusendungen, am besten per E-Mail an Richard Rachlitz.

Romano (Termin 2019/2):

Auf die Erste Juristische Staatsprüfung habe ich mich ausschließlich mit den Examinatorien der LMU vorbereitet. Von Anfang Oktober 2018 bis Ende August 2019 habe ich mich auf die Klausuren und von Oktober 2019 bis Januar 2020 auf die mündliche Prüfung vorbereitet. Im Termin 2019-II konnte ich in der Ersten Juristischen Staatsprüfung die Note gut erzielen.
Im Folgenden werde ich meine Erfahrungen mit den Examinatorien schildern, Lerntipps und Verbesserungsvorschläge geben. Es handelt sich jeweils um meine persönliche Meinung, wie so oft gilt: Andere Ansicht sehr gut vertretbar.
Zum Vergleich mit kommerziellen Examinatorien kann ich nur wenig sagen, da ich nie ein solches besucht habe.
Im September 2018 hatte ich die Schwerpunktklausur geschrieben und war zu diesem Zeitpunkt natürlich scheinfrei. Inhaltlich hatte ich in den zentralen Rechtsgebieten solide, wenngleich etwas eingerostete Grundkenntnisse. Erhebliche Lücken hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch im Arbeitsrecht, im Zivilprozessrecht, im Europarecht, im Polizei- und Sicherheitsrecht, das zu dieser Zeit Gegenstand umfassender Reformen war (Stichwort „Drohende Gefahr“), und im Strafprozessrecht.
Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Ich kann die Vorbereitung mit den Examinatorien der LMU weiterempfehlen, das meiste würde ich wieder genauso machen. Auch wenn ich den Besuch eines kommerziellen Repetitoriums geschenkt bekommen hätte, hätte ich lieber die Examinatorien der LMU besucht.

A. Koordination mit der Juristischen Universitätsprüfung
Es scheint durchaus üblich zu sein, das Examinatorium schon parallel zum Schwerpunkt zu besuchen, hiervon rate ich allerdings dringend ab. Mit der Schwerpunktklausur wird einem die in der juristischen Ausbildung beinahe einmalige Möglichkeit des Abschichtens geboten. Gerade wer wie ich einen Schwerpunkt gewählt hat, der wenig Überschneidung mit dem Pflichtfachstoff bietet, sollte sich diese Möglichkeit meines Erachtens nicht entgehen lassen. Während des zweiten Schwerpunktsemesters (SoSe) habe ich ausschließlich für den Schwerpunkt gelernt, nach der im September absolvierten Schwerpunktklausur nicht mehr.

B. Die Examinatorien im Allgemeinen
Die Examinatorien sind hierauf optimal abgestimmt, da sie im Oktober beginnen. Den Zeitplan, der es erlaubt, im Septembertermin die Examensklausuren zu schreiben, finde ich sehr gelungen. (Manche kommerziellen Repetitorien pflegen erheblich abweichende Zeitpläne, was für mich einen erheblichen Nachteil darstellen würde.) Wer sich die Jahresübersicht (vgl. https://www.jura.uni-muenchen.de/studium/pruefungstraining/examenstraining/assistenten-modul/index.html) ansieht, wird feststellen, dass immer mehr parallele Kurse („Schienen“) dazukommen. Man fragt sich in den ersten Wochen, wie man es schaffen soll, im SoSe beinahe die doppelte Menge an Kursen zu vorzubereiten, zu besuchen und nachzubereiten. Die etwas überraschende Antwort: es geht und zwar ohne sich ein unvernünftig hohes Stundenpensum zuzumuten. Das liegt wohl vor allem daran, dass man im Laufe der Zeit erheblich schneller mit der Nachbereitung wird. Außerdem sind mit dem Sachenrecht, dem Allgemeinen Verwaltungsrecht und dem Verwaltungsprozessrecht für das Examen essenziell wichtige Gebiete im Wintersemester angesiedelt, hier lohnt also eine besonders gründliche Nachbereitung.

„Examen nach einem Jahr Vorbereitung?“
Viele empfinden eine elfmonatige Vorbereitung auf die Klausuren als zu kurz. Ich nicht. Allerdings hatte ich wie beschrieben den Schwerpunkt bereits abgeschlossen und ich befand mich zudem in der komfortablen Lage, während der Examensvorbereitung keiner Nebentätigkeit nachgehen zu müssen. Wer immer am Ball bleibt und alle Einheiten zeitig nacharbeitet, hat im August keinen Rückstau aufzuarbeiten, sondern kann wiederholen und dann im September optimal vorbereitet die Klausuren schreiben. Die Herausforderung der juristischen Ausbildung besteht bekanntlich darin, das gesamte Wissen in einer einzigen Woche parat zu haben. Es gilt daher, auf den Punkt vorbereitet zu sein. Dass ich nach längerer Vorbereitung wirklich noch viel besser gewesen wäre, bezweifle ich. Was mE oft unterschlagen wird, ist, dass mit den Klausuren erst drei Viertel der Staatsprüfung überstanden sind. Wenn man die anschließende Vorbereitung auf die mündliche Prüfung (dazu unter F.) miteinberechnet, dauert die Vorbereitung nämlich nicht „nur“ ein Jahr, sondern etwa 16 Monate (zB Oktober 2018 bis Januar 2020). (Wer hingegen zB erst nach drei Semestern zu den Klausuren antritt, muss inkl. mündliche Prüfung etwa 22 Monate lang den erforderlichen Lernmodus aufrechterhalten!)

Da ich in der Bibliothek lernte, kam mir die örtliche Nähe der Kursräume sehr entgegen.

Bei vielen Kursen werden zwei alternative Paralleltermine zur Auswahl angeboten, häufig einmal 9-12 Uhr c.t. und einmal 16-19 Uhr c.t. Ich bin recht schnell dazu übergegangen, in diesen Fällen bevorzugt die Abendtermine zu besuchen und davor (etwa ab 8:30 Uhr) zu lernen. Mit dem Ende des Kurses hat man einen definierten Feierabendbeginn. Bei den Vormittagsterminen ist danach hingegen gefühlt schon der halbe Tag vorüber, obwohl man „nur“ 2,5 Std. lang gelernt hat. So sahen typische Dienstage und Mittwoche aus.
Montags, donnerstags und freitags war ich üblicherweise von ungefähr von 8:30 Uhr bis 17:30 Uhr in der Bibliothek (eine Stunde Mittagspause). Samstags schrieb ich meistens eine Klausur (dazu unter E.) und hatte danach das restliche Wochenende frei.

Zur Vorbereitung der Kurse habe ich in der Regel den Sachverhalt gelesen und nach Möglichkeit eine kurze Skizze und sehr grobe Gliederung erstellt. Zur Nachbereitung habe ich die Lösungen gelesen und mir wichtige Aspekte auf Karteikarten in meinen eigenen Worten notiert. Letzteres empfehle ich dringend. Das Format der Karteikarten erlaubt es, später (etwa nach Rückgabe einer Klausur) mühelos an der entsprechenden Stelle eine weitere Karte einzufügen. Mit diesen Karteikarten war es mir möglich nach Ende der Examinatorien Ende Juli bis zu den Klausuren Anfang September nochmal die zentralen Aspekte aller Gebiete im Schnelldurchlauf zu wiederholen. Ich frage mich, wie man das in dieser kurzen Zeit anders als mit Karteikarten schaffen kann.

Apropos eigene Unterlagen: Ich habe mir zu Beginn eine Tabelle erstellt, in der ich laufend vermerkte, welche Einheiten ich schon vorbereitet und nachbereitet hatte. Auch die geschriebenen Klausuren und die erzielten Ergebnisse hielt ich darin fest.

C. Das Examinatorium Zivilrecht
Das Examinatorium Zivilrecht ist fachlich auf allerhöchstem Niveau. Die allermeisten Dozenten sind nicht nur selbst mit Bestnoten bewertete Topjuristen, sondern auch sehr gut in der Lehre. Das Niveau der Lösungen ist sehr hoch, manchen mag der fast wissenschaftliche Fußnotenapparat und die Ausführlichkeit der Darstellung abschrecken.
Die zeitliche Anordnung der Gebiete ist größtenteils sehr gelungen. Allein die GoA, die im Besonderen Schuldrecht erst in der vorletzten Einheit, also im Juli, behandelt wird, hätte ich mir früher und zwar schon im Herbst gewünscht, da in vielen Zusammenhängen auch Ansprüche aus den §§ 677 ff. BGB zu prüfen sind. Rückblickend könnte es hier lohnen, ausnahmsweise vorzugreifen und die GoA im Selbststudium schon früher zu wiederholen.
Gelegentlich wird für Teilaspekte (nur) der 2005 emeritierte Lehrstuhlvorgänger Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Claus-Wilhelm Canaris zitiert, sodass der Eindruck entstehen könnte, dass die dargestellte Auffassung heute nicht mehr vertreten wird, sondern eher aus alter Verbundenheit mitgeschleppt wird. Ich habe das nicht im Einzelnen nachgeprüft. Wer die Lösung nicht als Vorlage für das sklavische Abschreiben und Auswendiglernen jedes einzelnen Meinungsstreits, sondern vielmehr als Beispiel für eine gelungene juristische Argumentation begreift, wird sich hieran jedoch nicht zu sehr stören.
Die Abgrenzung der Schadensarten im Schuldrecht wird – völlig unabhängig davon, welcher Meinung man hier folgt – meines Erachtens deutlich zu ausführlich dargestellt, was auch damit zusammenhängt, dass ein prominenter Münchener Schuldrechtslehrer eine andere Auffassung als das Examinatorium vertritt. Hier entstand bei mir gelegentlich der Eindruck, es werde regelrecht versucht, die im Grundkurs zum Teil „fehlgeleiteten“ Studierenden im Examinatorium „zu bekehren“.

Der einstweilige Rechtsschutz im Zivilprozessrecht wird dagegen mE zu knapp dargestellt. Hier kann ich zur Ergänzung den sehr gelungenen Aufsatz von Huber in JuS 2018, 226 und 421 empfehlen.

Manche der ergänzenden Übersichten empfand ich als zu lang.

Im Zivilrecht werden die Unterlagen nur in Papierform ausgegeben. Obwohl ich in den anderen beiden Rechtsgebieten die Unterlagen nicht ausdruckte, kam ich hiermit gut zurecht.

Gelegentlich las ich Einzelheiten kurz in auf beck-online verfügbaren Kommentaren nach. Darüberhinausgehend arbeitete ich keine Literatur durch. Das Examinatorium deckt den Stoff (von ganz wenigen, nur für sehr anspruchsvolle Studierende relevanten Randbereichen) vollständig ab.

Wer meint, nur im Zivilrecht ein hierauf spezialisiertes kommerzielles Repetitorium und in den anderen beiden Gebieten die Examinatorien der LMU zu besuchen, „umgeht“ meines Erachtens ausgerechnet das beste der drei Examinatorien. Hinzu kommt die Herausforderung, den eigenwilligen Zeitplan des angesprochenen Repetitors mit dem der LMU zu koordinieren.

D. Das Examinatorium Öffentliches Recht
Das Examinatorium im Öffentlichen Recht ist sehr gut. Die Qualität der Dozentinnen und Dozenten reicht von exzellent bis durchschnittlich, wobei die meisten deutlich überdurchschnittlich sind.
Der Bedeutung des einstweiligen Rechtsschutzes für das Examen kann nicht überschätzt werden, in meinem Termin (2019-II) kam er in beiden Klausuren dran. Das Examinatorium verwendet hierauf drei sehr gelungene Einheiten.
Spartipp: In der Annahme, die VwGO (bekanntlich ein Bundesgesetz) und damit den Sartorius schon von Beginn an für das Allgemeine Verwaltungsrecht und Verwaltungsrecht zu benötigen, erwarb ich diesen gleich zu Beginn, was sich als Fehler herausstellte: Die VwGO ist nämlich auch im Ziegler/Tremel abgedruckt, sodass man mit dem Kauf des Sartorius noch (etwa bis zum Beginn des Baurechtsteils) warten und so bestimmt mindestens eine Ergänzungslieferung sparen kann.

E. Das Examinatorium Strafrecht
Das Examinatorium im Strafrecht läuft von Januar bis Juli und wird meist von einer einzigen Dozentin/einem einzigen Dozenten gehalten. Mit deren/dessen Qualität steht und fällt also die Qualität des Examinatoriums. Anders als im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht habe ich im Strafrecht die Kurse kaum besucht. Die Unterlagen sind gewohnungsbedürftig aufgebaut: Eine abstrakte Darstellung wird mit der Lösung mehrerer Fälle pro Einheit verwoben. Ich habe trotzdem mit den Unterlagen gelernt, auch um einen Zeitplan zu haben, habe allerdings vermehrt ergänzend die drei Bände von Rengier herangezogen.
Anders als in den anderen Gebieten hat man mit dem Grundkurs und der Vorgerücktenübung bereits den gesamten Stoff des Strafrechts gelernt, es gilt hier „nur“ auf diesem Niveau zu bleiben.
Lohnend ist der Vortrag „Erfahrungen eines Prüfers aus dem 1. Staatsexamen“ von MD a.D. Dr. h.c. Heino Schöbel, dem ehemaligen Leiter des LJPA.
Im Strafprozessrecht haben viele (so auch ich) vor der Examensvorbereitung noch Lücken. Das Strafprozessrecht wurde im Rahmen eines Blockkurses gelehrt. Dieser war nur durchschnittlich gut.

F. Klausurenkurs und Klausurwerkstatt
Die Kurzform: Samstags die Klausur aus der Klausurwerkstatt schreiben und den Klausurenkurs meiden!
Die Langform:
Die LMU bietet die Möglichkeit, wöchentlich kostenlos zwei Klausuren korrigiert zu bekommen. Ich halte es für sinnvoll, wöchentlich samstags eine Klausur zu schreiben und habe das meist gemacht. Wer sich von Anfang Oktober bis Ende August vorbereitet, an Weihnachten auch mal keine Klausur schreibt usw., wird wie ich am Ende auf etwa 40 geschriebene Probeklausuren kommen. (Diese habe ich ausgeschrieben und nicht nur gegliedert.)
Wer dauerhaft mehr als eine Klausur pro Woche schreibt, vernachlässigt mE den übrigen Stoff. Anders als wohl bei manchen kommerziellen Repetitorien sind die Klausuren überhaupt nicht auf den zu diesem Zeitpunkt in den Examinatorien besprochenen Stoff abgestimmt. Auch deshalb ist am Anfang mit schlechten Noten zu rechnen, hier ist Frustrationstoleranz gefragt. Trotzdem halte ich diesen Modus für den besseren. Denn wer Übungsklausuren immer nur zum gerade unmittelbar zuvor Gelernten schreibt, simuliert realitätsfern: Im Examen kann alles drankommen. Je weiter man in der Vorbereitung voranschreitet, desto besser eignen sich die Klausuren auch als willkommene Möglichkeit, länger zurückliegendes zu wiederholen. Im SoSe ist man mit den wöchentlich stattfindenden Einheiten mE zu sehr ausgelastet, um über die Klausuren hinaus den Stoff des WiSe zu wiederholen.
Das Konzept der Klausurwerkstatt ist interessant, ich habe es allerdings nicht wie vorgesehen genutzt. Vielmehr habe ich zunehmend samstags die Klausur der Klausurwerkstatt geschrieben und abgegeben.
Die Klausuren der Klausurwerkstatt basieren auf Originalexamensklausuren und sind sehr gut gestellt, während im Klausurenkurs mit Verlaub zum Teil die erstellenden Assistenten abstrusesten Fantasien nachgehen, sodass manche der Klausuren wenig mit den normalen Originalklausuren zu tun haben. Nachdem ich das Risiko, eine solche Klausur vorgesetzt zu bekommen, erkannt hatte, schrieb ich nur noch Klausuren der Klausurwerkstatt.
Wer wie ich samstags die Klausur der Klausurwerkstatt schreibt, kann logischerweise nicht die schon donnerstags stattfindende Klausurbesprechung besuchen. (Die Sachverhalte stehen meist nicht ausreichend früh zur Verfügung, um die Klausur schon in der Woche zuvor zu schreiben.) Der Klausurenkurs bietet montags eine Besprechung der zwei Tage zuvor geschriebenen Klausur an – nur scheinbar ein Vorteil. Die Klausurbesprechung im Klausurenkurs halte ich für pure Zeitverschwendung: Zu diesem Zeitpunkt hat man die Klausur noch nicht korrigiert zurückbekommen. Man hat gerade angefangen, die Klausur zu verdrängen (übrigens eine gute Übung fürs Examen), und wird nun gezwungen, darüber zu grübeln, ob man dieses oder jenes wohl auch ungefähr so geschrieben hat. Nach der Korrektur, also etwa drei Wochen später, muss man sich die eigenen Fehler ohnehin genau anschauen. Anhand der schriftlichen Lösungsskizze kann man erst dann (!) gezielt die Stellen, an denen man Schwierigkeiten hatte, vertiefen, hierzu ggf. die eigenen Karteikarten ergänzen (s.o.) und über den Rest in der gebotenen Schnelligkeit hinweggehen. Ich habe mir die Lösung zu diesem Zeitpunkt zum ersten und einzigen Mal angeschaut. Meines Erachtens ist die Zeit in der Examensvorbereitung zu knapp, um sich dreimal in eine einzelne – möglicherweise zudem noch schlecht gestellte (s.o.) – Klausur einzudenken.

Der Klausurenkurs bietet die Möglichkeit, samstags von 9-14 Uhr die Klausur unter „Aufsicht“ zu schreiben. Das halte ich für grundsätzlich sinnvoll, allerdings findet die Veranstaltung bislang leider in Raum B 101 statt, die Tische in diesem Raum sind viel zu schmal - eine absolute Zumutung. Wenn einen dies nicht abhält, spricht überhaupt nichts dagegen, in diesem Raum stattdessen die Klausur der Klausurwerkstatt zu schreiben (Sachverhalt mitbringen!).

Wo immer es möglich ist, empfehle ich, Originalklausuren auszuwerten. Die Altklausuren des Öffentlichen Rechts werden in den BayVBl. veröffentlicht. Diese nicht wenigstens teilweise anzuschauen, würde ich für grob fahrlässig halten.

G. Die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung
Abschließend will ich noch auf die mündliche Prüfung eingehen. Diese macht ein Viertel der Note der Ersten Juristischen Staatsprüfung aus. Meines Erachtens kann man hier durchaus noch einiges rausholen, gemeinhin wird die Vorbereitung eher unterschätzt. Nach den Klausuren darf und sollte man zweifelsohne als erstes in den wohlverdienten Urlaub fahren. Wer aber erst nach Weihnachten zum ersten Mal wieder den Schönfelder aufschlägt, wird sich mE schwertun, in der mündlichen Prüfung im Januar erneut den gesamten Pflichtfachstoff an einem einzigen Tag parat zu haben.
Nach den Klausuren empfand ich insoweit eine große Diskontinuität – in den Examinatorien zuvor war verständlicherweise kaum auf die mündliche Prüfung eingegangen worden. Die Vorbereitungskurse („Professorenmodul“) sind personell und organisatorisch völlig getrennt und unterscheiden sich in den Formalia (zB Anmeldemodalitäten) auch untereinander erheblich. Hier wären etwas mehr Transparenz, zentralere Information und eventuelle einheitliche Anmeldemodalitäten und -fristen wünschenswert.
Die LMU bietet in jedem der drei Rechtsgebiete einen Vorbereitungskurs an. Die Kurse laufen ähnlich: Es wird jede Woche mit drei oder vier Prüflingen eine mündliche Prüfung simuliert. Anschließend wird zusammen mit den Zuschauern kurz auf die fachlichen Aspekte eingegangen. Sodann findet nur mit den Prüflingen ein persönliches Gespräch zum Auftreten usw. statt, in dem auch eine Videoaufnahme der Prüfung herangezogen wird.

I. Zivilrecht: Prof. em. Dr. B. Rimmelspacher:
Prof. Rimmelspacher ist ein sehr erfahrener Jurist und Prüfer. Die meisten seiner Fälle behandeln zumindest teilweise zivilprozessrechtliche Themen. Die Fälle sind sehr anspruchsvoll. Es werden immer nur drei Kandidaten geprüft. Der Andrang war sehr groß. Die Anmeldung war schon sehr früh möglich, hier empfehle ich, unmittelbar nach den Klausuren einen Blick auf die Webseite zu werfen, um sicher einen Platz zu bekommen.

II. Öffentliches Recht: Prof. Dr. B. Schmidt am Busch
Die Simulation im öffentlichen Recht besuchte ich sehr selten. Es wird nur wenig Feedback gegeben, anders als in den beiden anderen Simulationen gibt es keinen „Videobeweis“. Die Zahl der anwesenden Studierenden ist hier am geringsten. Die Termine waren lange nicht ausgebucht. Es werden wohl auch andere Prüfer eingeladen.

III. Strafrecht: Prof. Dr. H. Satzger zusammen mit RiOLG Dr. R. Werner
Die strafrechtliche Simulation halte ich für die beste. Es prüfen stets sowohl Prof. Satzger als auch RiOLG Dr. Werner, sodass man immer auch einen Praktiker dabei hat. (In der echten mündlichen Prüfung prüfen idR mindestens zwei Praktiker.) Nur in der strafrechtlichen Simulation wird die Möglichkeit geboten, zusätzlich anonym von den Kommilitonen bewertet zu werden. In der mündlichen Prüfung zählt das Strafrecht nicht 1/6 sondern 1/3. Sobald man zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung übergeht, sollte man das Strafrecht also plötzlich deutlich höher gewichten. Dies gilt insbesondere für das Strafprozessrecht, das in der mündlichen Prüfung oft die Hälfte des strafrechtlichen Teils ausmacht. Man muss sicher nicht alle drei Prüfungssimulationen besuchen, wenigstens der Besuch der strafrechlichen ist jedoch dringend zu empfehlen.

H. Fazit
Ich wünschte, ich wäre früher dazu übergegangen, die Klausuren der Klausurwerkstatt zu schreiben. Ansonsten würde ich das allermeiste wieder genauso machen. Viel Erfolg im Examen!

Anja (Termin 2019/I):

Ich habe ausschließlich das Examinatorium besucht. Im Staatsteil erreichte ich 10,6 und in der Gesamtnote 11,27 Punkte. Ich fand die Unterlagen des Examinatoriums gut und umfangreich sowie die Dozenten didaktisch gut, sehr qualifiziert, motiviert und motivierend. Ich denke, dass ich mein Ergebnis zu einem großen Teil dieser Vorbereitungsmöglichkeit zu verdanken habe, weswegen ich mich hiermit gerne bei allen Dozenten für ihre Arbeit herzlich bedanken würde. Da es vielleicht manchen zur Orientierung helfen könnte, würde ich hier gerne beschreiben, wie ich mich vorbereitet habe. Dies ist natürlich nur ein Beispiel, es gibt ganz verschiedene gute Wege und jeder muss für sich selbst den geeigneten finden.

Ich habe bis auf wenige Ausnahmen alle Kurse des Examinatoriums besucht, wobei ich die Blockkurse eher vernachlässigt habe, weil ich gemerkt habe, dass ich mich über eine so lange Zeit nicht so gut konzentrieren konnte. Mit der Zeit habe ich mich immer mehr getraut, mich zu melden und ich habe gemerkt, dass diese aktive Beteiligung mir viel mehr geholfen hat als mitzuschreiben. Diese Notizen habe ich mir ohnehin selten angesehen und ich konnte so viel besser mitdenken. Es lohnt sich, sich zu trauen auch vor einem vollen Raum zu sprechen. Anfangs kann es zwar einschüchternd sein, vor allem wenn manche wirken als würden sie alles wissen und man selbst ist sich unsicher. Aber einige besuchen den Kurs auch ein zweites Mal oder haben sich die Lösungen vorher besorgt und sich so vorbereitet. Man muss sich also nicht für "schlechtere" Antworten schämen. Gerade wenn man etwas Falsches gesagt hat und korrigiert wurde, vergisst man es nicht mehr. Zudem ist es sehr bestärkend, wenn man etwas richtig gesagt hat und seinen Fortschritt bemerkt.

Ich habe anhand der Unterlagen eigene Skripten und im Strafrecht Online-Karteikarten geschrieben, die ich immer weiter verbessert habe, etwa wenn ich etwas nachgeschaut oder präzisiert habe. Ich habe früh die Newsletter von den obersten Gerichten und von LTO abonniert und neue Urteile eingearbeitet. Ich habe auch meine Klausuren nachgearbeitet und damit meine Skripten ergänzt. Ganz vollständig werden sie nie sein, aber anhand des bereits sehr umfangreichen Stoffes des Examinatoriums lernt man, mit Lücken und neuen Konstellationen umzugehen. Vieles wiederholt sich, man lernt Argumentationsmuster und Hintergründe. Durch die Skripten konnte ich mir eine Systematik schaffen, in der ich die zahllosen Einzelprobleme einfügen konnte. Das hat mir sehr geholfen, die Grundlagen zu festigen, Probleme zu lokalisieren, Übersicht zu behalten und zu wissen, wo man was in einer Klausur prüfen muss.

Daneben habe ich 70 Klausuren geschrieben, wobei ich nie bei den Besprechungen war, sondern stattdessen ausführlich meine Klausuren mit den Lösungen abgeglichen habe. Gerade aus den schlechten konnte ich viel lernen. Ich habe eine Liste mit meinen Fehlern erstellt und konnte so sehen, worauf ich konkret achten muss. Ich fand es überdies praktisch, meine Noten nach den drei Rechtsgebieten geordnet in einer Tabelle zu notieren und immer in Sechsergruppen nach der Ordnung des Examens den Durchschnitt auszurechnen. So konnte ich konkreter und repräsentativer wissen, wie ich stehe. Hier Verbesserungen zu sehen war motivierend.

Ich habe mich auch regelmäßig in Lerngruppen getroffen. Während der Examinatoriumszeit besprachen wir Stellen aus den Examinatoriumsfällen, die wir nicht ganz verstanden hatten. Oft konnte eine der anderen helfen oder wir schauten gemeinsam nach. Im halben Jahr vor der Prüfung besprachen ich mit einer anderen Freundin die theoretischen Grundlagen nochmal eher abstrakt und nicht anhand großer Fälle. Beides war für mich sehr hilfreich. Man merkt so, ob man die Dinge wirklich verstanden hat, man übt die juristische Sprache und man bereitet sich zur Abwechslung mal nicht nur alleine vor.

Im letzten halben Jahr hatte ich mir erstmals einen Lernplan erstellt, davor war ich damit beschäftigt die Fälle nachzuarbeiten, sodass ich ohnehin keine Zeit übrig hatte. Im letzten halben Jahr hingegen habe ich jeden Tag feste Ziele gehabt. So wirkt der Stoff machbar und nicht uferlos.

Es gibt viele Wege der Examensvorbereitung. Das Examinatorium hat mir einen sehr guten Rahmen gegeben, gerade das Theoretische gut und systematisch zu lernen. Es ist viel Arbeit, aber wenn man dran bleibt, ist es machbar. Das Examen ist auch nicht alles und ich fand es immer wichtig, abends und am Sonntag nicht zu lernen, sondern einen Ausgleich zu haben. Ich denke, dass man so entspannter ist und diese Zeit gesünder und glücklicher verbringen kann, was wiederum der Motivation und damit dem Examen selbst zuträglich ist. Ich wünsche allen Student*innen ganz viel Kraft, Ausdauer und Erfolg dabei.

Florian (Termin 2019/I):

Es ist noch nicht lange her, als ich selbst die Erfahrungsberichte hier gelesen habe und mir daraufhin vorgenommen habe, auch meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Examensvorbereitung (mit dem Uni-Rep) weiterzugeben, sofern das Examen auch bei mir gut klappt.
Durch die Vorbereitung mit dem Examinatorium der Uni im Zivilrecht und Öffentlichem Recht und durch Eigenvorbereitung im Strafrecht konnte ich im Termin 2019/I im ersten Staatsexamen insgesamt ein Ergebnis mit der Note „gut“ erzielen.

Welches Rep?
Wie wohl fast alle Studenten stand auch ich vor der Frage, welches Repetitorium die beste Vorbereitung garantiert. Aber schon von Anfang an lag die Tendenz beim Examinatorium der Uni. Einfacher und primärer Grund dafür war zweifellos, dass das Examinatorium der Uni kostenlos angeboten wird. Gleichzeitig war ich von vielen Dozenten/AG-Leitern/Professoren der Uni weitgehend überzeugt, weshalb auch dadurch meine Wahl zugunsten des Examinatoriums ausfiel.
Natürlich kann es Sinn machen, sich verschiedene Repetitorien anzusehen, wobei man sich aber darüber im Klaren sein muss, dass es sich beim Probehören nur um einen punktuellen Ausschnitt des Repetitoriums handelt.
Im Ergebnis sollte man m.E. nicht zu viel Nerven und Gedanken für die Entscheidung verschwenden - am Ende wird man bei allen Repetitorien mit den maßgeblichen Unterlagen versorgt und es liegt an einem selbst, diese ausreichend nachzubereiten und ggf. den ein oder anderen vertiefenden Blick in ein Lehrbuch zu werfen. Und „Volltreffer“ gibt es nicht nur bei einem kommerziellen Repetitorium, sondern auch bei allen anderen ;)

Zu den Veranstaltungen/Fällen
Die Fälle, die im Examinatorium besprochen werden, decken meiner Ansicht nach den notwendigen Stoff sicherlich zu 99% ab- an wenigen Stellen lohnt es aber auch, Themenkomplexe (spontan fällt mir die Thematik „offenes/verdecktes Blankett“ ein) zusätzlich durchzuarbeiten, um im Falle einer darin gelagerten Klausur nicht blank zu sein bzw. bereits einen Vorsprung in der Klausur zu haben.
Dem geschuldet ist der Umfang der Fälle ziemlich groß. Wichtig ist mMn, dass man sich davon nicht erschlagen lässt und meint, jedes einzelne Detail wissen zu müssen. Die Fälle sind eben gerade auf Wissensvermittlung gerichtet und breiten jegliche Streitigkeiten und Themen in einem (wissenschaftlichen) Umfang aus, der insbesondere mit Blick auf „Randstreitigkeiten“ den Anforderungen (und zeitlichen Möglichkeiten) in einer Examensklausur weit übersteigt. Klar gibt es Klassiker, die auch in einer Examensklausur in etwa vergleichbarer Breite dargestellt werden sollten. Mit der Zeit bekommt man aber ein Gespür dafür, welchen Problemkomplexen/Meinungsstreits welche Priorität eingeräumt werden sollte. Oft geben die jeweiligen Dozenten auch Hinweise dahingehend, wie vertieft ein solches Problem im Ernstfall darzustellen ist bzw. welche Relevanz einem bestimmten Fall beizumessen ist.
Sinnvoll könnte m.E. aus einer ex post Betrachtung demnach sein, sich primär mit den PP-Folien der einzelnen Fälle auf das Examen vorzubereitet, um sich nicht in den Details der ausformulierten, meist 20+ Seiten-Lösungen zu verlieren. Die ausformulierten Lösungen können vielmehr als Nachschlagewerk genutzt werden und in Fällen, in denen auch diese Verständnisprobleme noch nicht lösen können (was selten der Fall ist), kann ja immer noch auf ein Lehrbuch/Kommentar zurückgegriffen oder die jeweiligen Dozenten explizit darauf angesprochen werden. Ein positiver Nebeneffekt der PP-Präsentationen ist neben der besseren Erfassung des „roten Fadens“ der Falllösungen sicherlich auch die Zeitersparnis, insb. in den letzten Monaten vor dem Examen, in dem man kurz und prägnant nochmal so viel wie möglich wiederholen möchte.
Leider habe ich die jeweiligen PP-Präsentationen nicht alle heruntergeladen, weshalb ich mich ausschließlich mit den ausformulierten Lösungen vorbereitet habe. Schaden tut dies keinesfalls, aber logischerweise nimmt dies auch viel mehr Zeit in Anspruch.
Auch hinzuweisen ist auf die systematischen Übersichten, die fast in jedem Rechtsgebiet inzwischen vorhanden sind. Für die schriftlichen Prüfungen habe ich auf diese nur dann zurückgegriffen, sofern es sich um Bereiche handelte, die ich noch nicht anderweitig durchgearbeitet habe bzw. die noch nicht in den Fällen angesprochen wurden. Sehr empfehlenswert ist das Durcharbeiten der Übersichten aber für die mündliche Prüfung, um sich relativ schnell wieder die wichtigsten Aspekte und Grundzüge der Rechtsgebiete in das Gedächtnis zu rufen (spezielles Lernen ist ohnehin erst effektiv möglich, wenn man seine Prüfungskommission weiß).

Zusammenfassend bleibt zu sagen:
- Die Fälle vermitteln den maßgeblichen Stoff nahezu vollständig
- Versucht, euch nicht in den Details der ausformulierten Lösungen zu verlieren
- Scheut euch nicht, die Dozenten unmittelbar auf Verständnisprobleme etc. während/nach der Veranstaltung anzusprechen oder sie mittels E-Mail zu kontaktieren; ihr werdet garantiert auf nette und hilfsbereite Dozenten treffen

Zu den Klausuren
Insgesamt habe ich an die 40 ausformulierte Klausuren geschrieben (deutlicher Schwerpunkt im ZivilR und öR). Eine Faustregel, wie viele Klausuren geschrieben werden sollten, gibt es meiner Meinung nach nicht. Es hängt viel mehr vom eigenen (Lern-)Typ ab; ob man beispielsweise lieber mit Klausuren lernt oder einem das Klausurenschreiben (insb. Gutachtenstil, Formulierungen, Darstellung von Streitigkeiten/Problemen, etc.) schwerfällt. Nur, wenn man Klausuren nur aus Gründen mangelnder Disziplin/fehlender Lust (was sehr gut verständlich ist) nicht schreibt, könnte sich dies im Nachhinein rächen.
Auch die Frage Klausurenkurs oder –werkstatt ist Geschmackssache. Im Nachhinein würde ich – sofern man entweder Kurs oder Werkstatt wählt – die Klausurenwerkstatt bevorzugen. Grund hierfür ist, dass diese einer Examensklausur logischerweise ähnlicher sind bzw. gleichen, wohingegen die Klausuren des Klausurenkurses oftmals ausschließlich auf bestimmte Probleme zugeschnitten sind und damit eher spezifische Kenntnisse abfragen. In der Examensklausur werden meiner Erfahrung nach hingegen mehrere Rechtsgebiete /Themengebiete abgehandelt, dafür nicht in uferloser Tiefe.
Aus meiner Sicht am effektivsten war das Anfertigen einer Lösungsskizze einzelner Fälle. Erstens war dies zeitsparend und zweitens schult man das Auge hinsichtlich des roten Fadens. Ein paar ausformulierte Fälle sind aber wohl unumgänglich, vor allem, wenn man ein Typ ist, dem erst beim Ausformulieren weitere gute/neue Gedanken in den Kopf schießen. Aber wie vorhin gesagt – das ist alles eine Frage, die man für sich selbst beantworten muss.

Empfehlungen/Tipps
Guten Gewissens zu empfehlen ist, dass man sich bestimmte Herangehensweisen in einer Klausur antrainiert und einmal explizit vorbereitet; etwa wie man einen Streitstand darstellt, wie und wann man ein Problem elegant offenlassen kann und vor allem, dass man immer mit den 4 Auslegungskanones und in der Klausur natürlich überwiegend Wortlaut, Systematik und Telos arbeitet und dies auch offen zeigt/benennt. Letztlich lassen sich solche Sachen sehr gut auf ein stets wiederkehrendes Muster runterbrechen und gleichwohl, kann man sich hier durch sauberes und elegantes Vorgehen deutlich von der breiten Masse abheben.
Unbedingt sollte man sich mal alte Examensklausuren anschauen! Nicht wegen des Inhalts, sondern vielmehr wegen des Aufbaus und der Struktur. Meiner Erfahrung nach unterscheiden diese sich doch zum Teil deutlich zu den Klausuren des Klausurenkurses aber auch der –werkstatt, insbesondere hinsichtlich der Länge/Dichte an Informationen, des Umfangs des Bearbeitervermerks und Ausschluss bestimmter Ansprüche und der Tatsache, dass Probleme sehr stark im Sachverhalt angedeutet werden (die Zivilrechtsklausuren ähneln insoweit fast Klausuren aus dem öffentlichen Recht, bei denen Argumente Pro und Contra im Sachverhalt dargelegt werden).
Auch kann bei Bedarf und Interesse auf die Vorlesungen zur höchstrichterlichen Rechtsprechung und zur ZPO I und II von Herrn Dr. Fervers und den ZPO-Kurs von Herrn Dr. Fleck zurückgegriffen werden, um die wichtigsten Basics der ZPO zu wiederholen und hinsichtlich der zivilrechtlichen Rechtsprechung auf einem aktuellen Stand zu sein.
Die klassische Floskel „im Examen kommt eh nur Unbekanntes dran“ kann ich überwiegend bestätigen. Natürlich gibt es auch Konstellationen, die einem bekannt sind bzw. die man in exakter Weise vorbereitet/bereits durchgearbeitet hat. Aber größtenteils handelt es sich wirklich um Sachverhaltskonstellationen, die man in der konkreten Gestalt wohl noch nicht behandelt hat. Die dort auftretenden Probleme sind jedoch meistens solche, auf die man in anderen Konstellationen schon mal gestoßen ist, d.h. bekannte Probleme auf unbekannte Konstellationen zu übertragen, ist in den meisten Klausuren der Schlüssel zum Erfolg. Aber auch hier sollte man sich nicht einschüchtern lassen: Wenn man sich ausreichend vorbereitet, den „roten Faden“ der Examinatoriumsfälle beherrscht und sich einigermaßen sicher fühlt, kommt man ohne größere Probleme auf die maßgeblichen Probleme.

Fazit und Tipps
Mit dem Examinatorium an der Uni macht man sicherlich nichts falsch, genauso wie mit allen anderen Vorbereitungsangeboten von externen Personen. Der riesige Vorteil ist jedoch, dass das Examinatorium kostenlos angeboten wird! Auch stößt man bei Nachfragen an die Dozenten stets auf offene Ohren, unabhängig davon ob man vor/während/nach der Veranstaltung Fragen stellt oder ihnen eine E-Mail schreibt.
Letztlich liegt es ohnehin immer an einem selbst, den Stoff durchzuarbeiten und sich durch die nicht immer schöne Zeit der Examensvorbereitung durchzubeißen. Aber Einsatz zahlt sich – in der Regel – auch im Examen aus- also durchhalten!
Und wie gesagt, nehmt euch mal eine halbe Stunde und schaut euch die Struktur der Examensklausuren der vergangenen Termine an!

Miriam (Termin 2019/I):

Die zahlreichen und umfangreichen Fälle des Examinatoriums halfen mir, im Zivilrecht endlich Sicherheit beim Fallaufbau zu gewinnen. Den Aufbau eines Falles konnte ich mir nach einem Jahr Examinatorium sicher und schnell erarbeiten und ich erkannte auf einmal viele der Probleme, die im Sachverhalt angelegt waren. Trotz schlechter Noten im Grundstudium erreichte ich im Freischuss ein Vollbefriedigend im Staatsteil. Auch in der mündlichen Prüfung war ich bestens vorbereitet und konnte mich an die gefragten Probleme des Bereicherungsrechts erinnern, obwohl dieser Kurs schon länger zurücklag. Ich würde es jederzeit wieder machen!

Denis (Termin 2017/1):

Vom März 2016 bis Februar 2017 habe ich mich mit dem Examinatorium der LMU auf das 1. Staatsexamen vorbereitet und im Termin 2017/1 die schriftlichen Prüfungen abgelegt. Insgesamt kam ich auf einen Schnitt von 11,75 Punkten [ZR 12,33 ÖR: 13 SR: 7,5]


Entscheidung für das Examinatorium
Natürlich habe ich wie alle anderen auch von den vielen privaten Repetitorien gehört, die einem für viel Geld zum Erfolg verhelfen sollen. Doch meine Wahl fiel im Wesentlichen aus drei Gründen zugunsten des Examinatoriums an der LMU aus:
Überzeugt haben mich erstens die systematisch sehr gut gegliederten und inhaltlich umfassenden Lernmaterialien und die Dozenten. Zweitens kostet der Besuch keinen Cent, demgegenüber steht eine große Fülle an vermitteltem Stoff in Form von Fällen und systematischen Übersichten sowie die Möglichkeit Probeklausuren zu schreiben. Allein schon das war für meine Entscheidung ausschlaggebend. Hinzu kommt ein weiterer Punkt: ich fand, dass die Herangehensweise privater Repetitorien zu sehr von den an der Uni bisher gemachten Erfahrungen in Vorlesungen, AGs und Tutorien abwich. Ich hatte das Gefühl, dass man sich als Student der LMU leichter in das Examinatorium an der Uni hineindenken konnte, als beim privaten Repetitor. Ich hatte die Befürchtung beim Repetitor mein bisheriges in der Uni angeeignetes Wissen abzulegen und einige Themenkomplexe nochmal neu auf eine andere Art zu lernen, anstelle diese zu wiederholen und zu vertiefen. [Ich kann verstehen, dass wenn man unzufrieden mit dem bisherigen Studium ist, man eine alternative Lernmöglichkeit sucht. Ist man hingegen zufrieden mit der bisher erhaltenen juristischen Ausbildung, so finde ich, sollte man es vermeiden sich durch die „Weisheiten kommerzieller Repetitoren“ zu verwirren und zu verängstigen.]

Exkurs – Einstieg im Sommersemester: Man kann das Examinatorium sowohl zum SoSe als auch WiSe problemlos beginnen. Die Reihenfolge ist für den Erfolg der Vorbereitung aus meiner Sicht egal. Die allgemeineren und üblich bekannten Rechtsgebiete (v.a. BGB AT, SchuldR AT, SachenR) kommen zwar im WiSe dran und man soll ja grds. zuerst das allgemeine Recht können, bevor es in Spezialgebiete geht. Doch reichen für das Verständnis der Themengebiete im SoSe die Vorkenntnisse aus den ersten fünf Semestern völlig aus. Sollte doch mal etwas unklar sein, was eigentlich erst im Winter besprochen wird, so kann man sich dies problemlos daheim anschauen. Was den netten Effekt hat, dass man sich die allgemeineren Grundlagengebiete öfters und vertieft anschaut.


Persönlicher Stand vor dem Beginn des Examinatoriums
Ich befand mich vor dem Beginn des Examinatoriums bereits zwei Semester im Schwerpunktbereichsstudium (SWP 8 – Öffentliches Wirtschafts- und Infrastrukturrecht). Meine zivilrechtlichen Kenntnisse befanden sich noch auf dem Stand des fünften Semesters und waren darüber hinaus auch nicht erwähnenswert. Meine anfängliche Sorge, dass Examinatorium könnte ein zu hohes Niveau haben, wurde schnell widerlegt. Selbst bei Gebieten die ich noch nie vorher angeschaut habe (z.B. Arbeitsrecht oder Zivilprozessrecht) konnte ich den Fällen in den Kursen folgen und sie daheim problemlos nacharbeiten (auch wenn ich dafür etwas mehr Zeit brauchte).

Meine Examensvorbeitung
Man hört viele Geschichten von Leuten, die von morgens bis abends in der Bib hocken, umgeben von nichts als Büchern und Kaffee. Ich persönlich habe stets daheim gelernt und nur mit dem Material aus dem Examinatorium. Meine Woche sah ungefähr so aus: Montags arbeitete ich den ganzen Tag. Von Dienstag bis Donnerstag lernte ich daheim und besuchte das Examinatorium sowie die Klausurwerkstatt. Freitags lernte ich wieder daheim und am Samstag schrieb ich die Probeklausuren in der Uni. An keinem Tag lernte ich mehr als 6 Stunden. Eine Zeitangabe, die auch von der Uni empfohlen wird. Zu den 6 Stunden habe ich auch immer die Kurse des Examinatoriums gezählt. Lasst euch nicht von jenen einschüchtern, die euch weiß machen wollen, es bedürfe 10 oder 12 Stunden Lernerei am Tag. Das ist schlichtweg falsch. Ich persönlich brauchte immer 1 Stunde um wirklich in die vertiefte Lernphase einzutauchen, dann war ich für ca. 4 Stunden (mit Pause natürlich) in der „Hochphase“ und in der sechsten Stunde merkte ich bereits wie die Konzentration dahin ging.
Die Kurse besuchte ich am Nachmittag, das lag daran, dass ich mich morgens leichter dazu motivieren konnte die Fälle nachzubearbeiten und zu lernen. Außerdem konnte ich so Fragen, die sich mir am Vormittag stellten, gleich am Nachmittag an den Dozenten weitergeben.
Ich bereitete mich insgesamt 1 Jahr auf das Examen vor. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich durch meinen Schwerpunkt sehr viel aus dem öffentlichen Recht bereits abgedeckt hatte; so besuchte ich das Examinatorium im öffentlichen Recht bereits ein halbes Jahr vor dem Examinatorium im Zivilrecht. Ich persönlich würde eine Vorbereitungszeit von 1 Jahr und 2 Monaten empfehlen. Das liegt daran, dass die Bearbeitungszeit für sämtliche Fälle ca. 9-10 Monate beträgt. Bei mir kam noch insgesamt ein Urlaub von 4 Wochen (verteilt auf 2x2 Wochen im Oktober und Dezember/Januar) hinzu. [Ich persönlich kann nur dazu raten, sowohl in der Mittelphase als auch (und das ist evtl. sogar wichtiger) Endphase Urlaub zu machen, jedoch nie länger als 2 Wochen am Stück, da man sonst Gefahr läuft aus dem Lernmodus herauszufallen.] Zum eigentlichen Wiederholen des Stoffes hatte ich nur 2 Monate. Dies scheint auch ausgereicht zu haben, rückblickend betrachtet, hätte ich mich aber mit einer längeren Wiederholungsphase von 3-4 Monaten wohler und sicherer gefühlt. Was ich nicht empfehlen kann, ist die Vorbereitungsphase für den Erstversuch länger als 1,5 Jahre zu gestalten. Es besteht die Gefahr, dass man im Glauben, mehr Zeit zu haben, weniger intensiv und effektiv lernt und das zu einem frühen Zeitpunkt gelernt anfängt zu „modern“. Vergesst auch eure Motivation nicht. Irgendwann hat man keine Lust mehr.
AGs mit Studenten habe ich keine gebildet bzw. besucht. Zwar können AGs die effektivste Lernmethode sein, sofern man ein Thema anderen erklären muss, doch finde ich, muss man dafür der richtige Typ sein. Auch die Lektüre von neuen Entscheidungen aus der Praxis halte ich für völlig unnötig, da es im Examen auf die grundlegenden Arbeitstechniken und systematisches Grundverständnis ankommt und nicht auf Detailwissen aktueller Rechtsprechung. Selbiges gilt für die Fußnoten in den Fällen und Übersichten.
Neben dem Zivilrechtsexaminatorium habe ich auch das Examinatorium im öffentlichen Recht besucht. Ich muss zugeben, es hat mir sogar besser gefallen. Das könnte aber auch an meiner persönlichen Nähe zum Öffentlichen Recht liegen. Für Strafrecht habe ich lediglich die Folien aus dem Strafrechtsexaminatorium verwendet, diese fand ich ausreichend und inhaltlich sehr (fast schon zu sehr) umfangreich.


Veranstaltungen und Material
Die Veranstaltungen sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Das Material, das man bekommt ist richtig gut. Es ist sehr umfangreich, gerade bei einigen Meinungsstreitigkeiten. Wichtig ist da, dass man sich stets bewusst machen sollte, dass die dortigen Ausführungen dem besseren Verständnis dienen und nicht in der Klausur erwartet werden (dies steht auch oft in den Fußnoten). Die Fälle werden auch stets aktuell gehalten und gehen auf neuere Rechtsentwicklungen ein. Man macht absolut nichts falsch wenn man sich nur auf die Falllösungen und Übersichten des Examinatoriums verlässt. Zur Beruhigung: Sowohl die Länge der Fälle als auch die Konzentration von Problemen, die darin vorkommen, sind nicht mit einer Examensklausur zu vergleichen. Denkt daran: die Fälle sollen das gesamte examensrelevante Wissen vermitteln und keine Klausuren darstellen.
Hervorzuheben sind auch die fachlichen Kompetenzen der Dozenten. Ich hatte stets das Gefühl, dass die Person vor mir, die den Kurs hält, vollends in die Materie eingetaucht ist und mir sowohl in Bezug auf den Fall als auch etwaiger Fragen weiterhelfen konnte. Dabei nahmen sich die Dozenten auch nach dem Kurs sehr viel Zeit um Fragen und Unklarheiten zu beantworten und zu beseitigen. Zur Vortragsweise muss ich sagen, dass ich persönlich fast nie von der Art des Vortrags gelangweilt war und auch sonst nichts Negatives zu berichten habe [zur Klausurwerkstatt siehe unten]. Doch ist das sicherlich eine Frage, die nur jeder für sich selbst beantworten kann. Was ich aber definitiv sagen kann, dass man motivierte und engagierte Dozenten erhält, die sich wirklich um einen kümmern und versuchen zu helfen wo und wie es geht.


Probeklausuren und Klausurwerkstatt
Eins vorweg, ich glaube nicht, dass mein Weg für die meisten Studenten ideal ist. Es heißt man sollte versuchen so viele Klausuren wie möglich zu schreiben und dabei die 100 vor Augen haben. Oftmals wird empfohlen nicht ins Examen zu gehen, wenn man weniger als 80 Klausuren geschrieben hat und unter 50 „sollten es schon gar nicht sein“. Ich habe insgesamt 25 Klausuren ausgeschrieben und ungefähr die gleiche Anzahl an Klausuren gegliedert. Wie viele Klausuren man braucht, muss jeder selbst wissen. Ich hatte mit dem Klausurenschreiben nie ernsthafte Probleme und konnte den Gutachtenstil schon seit den Anfangssemestern ziemlich gut beherrschen (laut meinen damaligen Korrektoren). Ich finde zwar man sollte min. 20-30 Klausuren geschrieben haben, um ein Zeitgefühl zu bekommen und auch mal verschiedene Schreibstile auszuprobieren und die Schwerpunktsetzung (auch unter Verwendung des Urteilsstils) zu üben. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass eine ausführlich gegliederte Klausur eine gute Übung ist, gerade in Zeiten von Zeitnot.
An die Klausurwerkstatt würde ich anders herangehen, wenn ich mich nochmal vorbereiten müsste. Ich habe es so gemacht, dass ich den Fall nur kurz gegliedert habe (wenn überhaupt) und anschließend die Klausurwerkstatt besucht habe. Ich würde aber lieber die Klausur entweder ausschreiben oder ausführlich gliedern und anschließend die korrigierte Klausur bzw. Gliederung mit der Lösung abgleichen und mir meine Fehler anschauen. Den Besuch der Klausurwerkstatt halte ich für nicht notwendig. Das größte Problem ist hier, dass es oft Dozenten gibt, die nur sehr selten vor Studenten stehen und einfach die Falllösung nicht in einer zum mitdenken und mitmachen motivierenden Art und Weise präsentieren und man schnell abschaltet. Diese Zeit hätte ich deutlich sinnvoller nutzen können.


Fazit
Mit dem Examinatorium an der LMU bekommt man in jedem der drei Rechtsgebiete ein aktuelles, fundiertes und ausführliches Repetitorium, das einen nichts kostet. Die Dozenten sind allesamt hochqualifiziert und engagiert. Gerade die Tatsache, dass das Examinatorium so umfassend den Stoff abdeckt und dabei kostenfrei ist, hat zumindest bei mir einen Gedanken hervorgerufen: ich wusste, dass ich mich selbst in den Stoff hineinarbeiten und vor allem durcharbeiten musste. Ich lief nie Gefahr zu denken, ich zahle dafür, also wird es schon reichen, wenn ich mal das „Rep“ besuche und die Blätter anschaue. Letztlich gilt nämlich, der beste Repetitor ist man selbst. Ich kann jedem das Examinatorium der LMU empfehlen, wo es nicht zur ersten und gängigen Kurseinheit gehört, sich über andere Repetitorien lustig zu machen, wie das ein bestimmter Herr eines namhaften Repetitoriums so gerne tut, sondern man stets die Vermittlung des aktuellen examensrelevanten Stoffes in den Mittelpunkt stellt. An dieser Stelle möchte ich allen Dozenten des Examinatoriums noch einmal recht herzlich danken. Was die LMU hier ihren Studenten bietet ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit und ich hoffe, dass jüngere Studenten weiterhin die Möglichkeit haben werden, sich im Examinatorium auf einem hohen Niveau für das erste bayerische Staatsexamen vorbereiten zu können. In diesem Sinne wünsche ich allen Examenskandidaten viel Erfolg und Durchhaltevermögen während ihrer Vorbereitungs- und Prüfungszeit.

Erika (Termin 2015/I):

Von Oktober 2013 bis Juli 2014 habe ich mich mit dem Examinatorium der LMU auf das 1. Staatsexamen vorbereitet und im Termin 2015/I schließlich die Prüfungen abgelegt. Ich konnte im schriftlichen Teil im Zivilrecht dabei einen Schnitt von 12,5 Punkten erreichen.

Entscheidung für das Examinatorium

Ich habe mir vor der Entscheidung für das Examinatorium einige der kommerziellen Repetitorien angeschaut, war aber von keinem so überzeugt wie von dem der Uni. Mir gefiel am Examinatorium vor allem, dass die Dozenten noch sehr nah an ihren Examina und damit dem relevanten Stoff waren. Zudem haben mir die Unterlagen gut gefallen, weil dort komplexe Fälle gelöst werden, die definitiv auf Examensniveau (wenn nicht höher) sind. Letztendlich gilt bereits an dieser Stelle, was für alles andere, das mit dem Examen zu tun hat, auch gilt: Jeder muss das suchen, womit er/sie am besten arbeiten kann, weil letztendlich nicht das Rep, sondern der eigene Arbeitseinsatz und eine Prise Glück über den Erfolg im Examen entscheidet.

Entgegen den landläufigen Gerüchten setzt das Examinatorium keine besonderen Vorkenntnisse voraus, die die anderen Repetitorien nicht auch voraussetzen. Die Fälle enthalten sowohl die grundlegenden und wesentlichen Inhalte, die für die Klausurbearbeitung notwendig sind, als auch komplizierte Fallgestaltungen mit weitergehenden Hinweisen in den Fußnoten, für diejenigen, die sich vertieft mit der Thematik auseinandersetzen möchten.

Zu den Veranstaltungen

Ich habe mich im Zivilrecht auf die jeweiligen Kurse vorbereitet, indem ich zu den Fällen Gliederungen erstellt und den Fall durchdacht habe. Während der Veranstaltungen habe ich aktiv mitgearbeitet, was meinem Lerntyp entspricht. Dadurch war für mich der Lerneffekt der jeweiligen Veranstaltung sehr groß, weil mir eigene Fehler aufgefallen sind, die ich aufarbeiten konnte. Im Nachgang der Veranstaltungen habe ich die Lösungsskizzen durchgearbeitet und mir dazu eigene Übersichten mit der Struktur der Falllösung und den wesentlichen Problemen erstellt. Bei fehlendem Wissen in den Grundlagen habe ich Fallbücher, wie „Die Fälle“, genutzt, um diese Lücken zu schließen. Die Fälle des Examinatoriums sind eher komplex und nach meiner Erfahrung daher nicht im eigentlichen Sinne als Klausur anzusehen, da sie für eine „richtige“ Klausur zu umfangreich sind. Sofern man die komplexen Konstellationen aber verstanden hat, erscheinen die Klausuren der Klausurenkurse nicht mehr so schwierig. Die Dozenten waren in den Veranstaltungen immer sehr freundlich und sind auf alle Fragen eingegangen, die von den Studenten kamen. Bei Nachfragen, die mehr Zeit in Anspruch genommen haben, waren sie auch immer gewillt einen separaten Termin zu vereinbaren, um diese Nachfragen zu klären bzw. die entsprechenden Antworten nachzureichen. Auch nachdem ich das Examinatorium abgeschlossen hatte, konnte ich noch auf die Dozenten zugehen und Fragen, die während des Lernens aufgekommen sind, stellen.

Zu den Klausuren

Ich habe zu Beginn die Klausuren im Klausurenkurs geschrieben und abgegeben und dann ab Januar auch die Klausuren aus der Klausurwerkstatt ausformuliert. Nachdem ich gemerkt habe, dass ich mit dem Zeitmanagement in den Klausuren keine Probleme habe, bin ich dazu übergegangen zu den Klausuren lediglich Gliederungen zu erstellen und diese dann mit den Lösungsskizzen abzugleichen. Der Lerneffekt hat sich nach meinem Gefühl dadurch nicht verschlechtert, ich hatte – im Gegenteil – mehr Zeit, um die übrigen Unterlagen nachzuarbeiten und zu lernen.

Im September 2014 habe ich dann das Probeexamen an der Uni geschrieben, um mir zu vergegenwärtigen, in welchen Bereichen ich noch Nachholbedarf habe. Nach einer kurzen Verschnaufpause nach dem Probeexamen begann für mich im Oktober dann die „heiße Phase“ der Examensvorbereitung. Ich lernte jeden Tag ca. 7-9 Stunden und wiederholte dabei all meine Übersichten, die ich mir selbst erstellt hatte. Daneben gliederte ich jede Woche die Klausuren aus dem Klausurenkurs und der Klausurwerkstatt. Ab Dezember 2014 begann ich schließlich alle Klausuren der vergangenen Examina, derer ich habhaft werden konnte, zu lösen. Dies empfand ich als wahnsinnig hilfreich, weil man ein sehr gutes Gefühl dafür entwickelte, was in den Klausuren des Examens von einem erwartet wird. Auch die Korrektorenbewertungen waren hierfür sehr hilfreich, weil sie den Erwartungshorizont der Korrektoren sehr deutlich machten. Insgesamt habe ich damit an die 100 Klausuren geschrieben bzw. gegliedert.

Fazit

Mein Fazit ist somit, dass man das Examen mit dem Examinatorium an der Uni sehr gut bestreiten kann. Dabei muss jedem Examenskandidaten klar sein, dass egal welches Repetitorium er besucht, der größte Teil der Arbeit an einem selbst hängen bleibt. Das Unirepetitorium hebt sich für mich vor allem dadurch von den anderen Repetitorien ab, dass es den Anspruch erhebt, wissenschaftlich fundierte Fälle und Lösungen zu schreiben und diesen auch erfüllt. Dadurch erlangt man genug Wissen, um auch richtig gute Noten abzusahnen. Gleichwohl liegt der Fokus selbstverständlich auf der Vermittlung der für die Klausurlösung wesentlichen Inhalte.

Ich wünsche euch für die Examensvorbereitung Durchhaltevermögen und viel Erfolg!

Cornelius (Termin 2013/II): 

Ich habe mich vom September 2012 bis Juli 2013 mit dem Münchner Examenstraining auf das 1. Examen vorbereitet, mich relativ kurzfristig im Juni 2013 entschieden, mein Glück bereits im Termin 2013/II zu versuchen und konnte im Staatsteil insgesamt einen Schnitt von 12,22 Punkten erzielen.

Warum Uni-Rep?

Wie es wohl fast alle Jura-Studenten erleben, trieb mich lange die Frage um, für welches Rep ich mich entscheiden soll. Zwei kommerzielle Reps habe ich probebesucht (eins machte einen guten Eindruck, das andere war dagegen eher enttäuschend), in meinem Freundeskreis war das Verhältnis von Uni-Rep zu „normalem“ Rep in etwa ausgeglichen. Letztlich ausschlaggebend war, dass das Uni-Rep in den ersten Veranstaltungen einen sehr soliden Eindruck machte, und vor allem der Gedanke, dass man sich ein stattliches Sümmchen sparen kann.

Persönlicher Stand vor dem Beginn des Reps

Ich war zwar bereits im 5. Semester scheinfrei und hatte schon in den Anfangssemestern relativ fleißig Vorlesungen besucht, aber nach einem Auslandssemester im 7. Semester und dem 8. Semester, das ich eigentlich komplett der Vorbereitung für die Schwerpunktbereichsklausur widmete, fühlte ich mich in den traditionellen Rechtsgebieten, speziell im Zivilrecht, nicht mehr wirklich fit. Das war aber kein wirkliches Problem, da das Uni-Rep den gesamten Stoff und damit auch die Grundlagen beinhal-tet und man daher relativ problemlos einsteigen kann.

Zu den Kursen und Fällen/Unterlagen

Im Endeffekt besuchte ich daher quasi alle Kurse des Assistentenmoduls des Münchner Examenstrainings – die Ausnahme war Strafrecht, da man hier bereits mit den Unterlagen allein gut genug lernen kann und der Stoff zu 90% dem des Grundkurses/der VÜ gleicht. Vom Professorenmodul besuchte ich keinerlei Veranstaltungen, schon allein aus Zeitmangel. Das Niveau des Assistentenmoduls war sehr gut, sowohl was das Öffentliche Recht als auch sämtliche Zivilrechts-Kurse anbelangt. Die Dozenten machten stets einen kompetenten Eindruck, auch wenn es natürlich immer einen oder zwei geben kann, mit denen man persönlich etwas schlechter zurecht kommt als mit dem Rest. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, stets am Ball zu bleiben und damit etwaige Lern-Löcher zu vermeiden. Das galt in meinem Fall insbesondere auch für die extrem intensive Zeit im Januar/Februar, als neben den normalen Kursen noch die Blockkurse fürs Arbeitsrecht, Gesellschafts- und Handelsrecht und StPO angeboten wurden. Die paar Wochen waren zwar unangenehm, aber hinterher ist man umso froher, dass man es schon hinter sich gebracht hat. Die Blockkurse im Allgemeinen werden ja oft als nervig und teilweise sogar unnütz ob der immensen Stofffülle abgetan – ich persönlich fand das Konzept aber sehr gut, denn lieber nehme ich den Stoff sehr konzentriert auf einmal mit und bereite ihn dann mittels der Unterlagen nochmal gut nach, als dass sich das Ganze über mehrere Wochen hinweg zieht (und sich die eh schon anstrengende Vorbereitungszeit noch weiter verlängert).

Fast noch wichtiger als die eigentlichen Kurse sind natürlich die Fälle und die dazu gehörigen Unterlagen. Insgesamt war ich damit auch recht zufrieden, man kann teilweise vielleicht eher die Frage stellen, ob nicht einige Fälle zu komplex und zu schwierig waren und die Lösungen manches Mal zu ausführlich (speziell im Öffentlichen Recht, teilweise aber auch im Zivilrecht). Dieses Problem ist aber kein wirkliches, denn wenn man sich an den hohen Schwierigkeitsgrad gewöhnt, schockt einen so leicht nichts mehr – im Examen hatte ich sogar überwiegend den Eindruck, dass die Klausuren relativ leicht waren.

Wie man mit den vorhandenen Unterlagen lernt, ist natürlich Geschmackssache; ich war nie ein Fan von Karteikarten etc., sondern habe mir jeweils nach Durcharbeiten des Falls die wesentlichen Probleme und Details zusammengeschrieben und konnte damit dann relativ schnell vor dem Examen nochmal alles wiederholen.

Zu den Probeklausuren

Unabdingbar sind natürlich regelmäßige Probeklausuren – es ist zwar mit Abstand das nervigste überhaupt, sich wöchentlich mindestens 5 Stunden dafür hinzusetzen, hilft aber ungemein, ein Gefühl für das Zeitmanagement zu bekommen, das am Ende mehr ausmachen kann als reines Wissen. Gleichzeitig lernt man auch, mit Problemen und Themen umzugehen, die man noch nicht wirklich beherrscht. Insgesamt habe ich daher wohl an die 50 Klausuren wirklich ausgeschrieben und abgegeben. Die Klausuren selbst habe ich überwiegend zu Hause geschrieben, da im offiziellen Schreibtermin die Atmosphäre meistens eher unruhig war; ich habe aber meist darauf geachtet, wirklich 5 Stunden am Stück zu schreiben und mich in dieser Zeit auch nicht ablenken zu lassen.

Ein Tipp: Lasst euch von den Bewertungen nicht allzu stark beeinflussen, denn die Klausuren werden nunmal meist nicht von wirklichen Examenskorrektoren korrigiert und das Niveau der Korrekturen kann auch mal erheblich schwanken – es geht vor allem ums Üben, die Punkte sind nur Nebensache. Auf die Besprechungen habe ich übrigens meist verzichtet, stattdessen aber die Lösung durchgeschaut.

Zu empfehlen ist übrigens auch, die Fälle der Klausurenwerkstatt zumindest durchzuarbeiten, denn diese sind meist ein wenig kürzer als die normalen Klausurenkurs-Fälle und ein umfangreicher Fun-dus an Fällen schadet auf keinen Fall.

Fazit

Ich war und bin mit dem Uni-Rep sehr zufrieden und die Fakten sprechen eigentlich für sich: Innerhalb von etwa 10 Monaten wurde mir der komplette Examensstoff kompetent vermittelt, auf externe Materialien und Lehrbücher musste ich so gut wie nie zurückgreifen und dafür habe ich auch noch eine Menge Geld gespart. Daher nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Dozenten und Mitarbeiter des Uni-Reps!

Sebastian (Termin 2012/II):

Von September 2011 bis Juli 2012 habe ich mich mithilfe des Münchner Examenstrainings auf die Erste Juristische Staatsprüfung vorbereitet. Andere Repetitorien habe ich nicht besucht. Im Staatsteil der Ersten Juristischen Prüfung erzielte ich eine Note von 12,64 Punkten.

Die Kurse im Zivilrecht habe ich regelmäßig besucht und nachgearbeitet. Die Klausuren im Klausurenkurs habe ich regelmäßig, wenn möglich samstags in der Uni, geschrieben. Die Besprechung habe ich nicht besucht, sondern selbst die Lösungsskizze gelesen (ohne detailliertes Nacharbeiten). Die Klausuren der Werkstatt habe ich häufig gegliedert, teils geschrieben. Die Werkstatt selbst habe ich selten besucht. Nachfolgend möchte ich kurz meine Erfahrungen mit den Kursen schildern.

1. BGB I-III

Die Fälle in den „Hauptgebieten“ habe ich als inhaltlich einwandfrei, in der Regel sehr anspruchsvoll, teilweise als zu detailliert wahrgenommen. Soweit vorhanden habe ich zusätzlich zu den Fällen die Bücher der Reihe „Beck’sches Examinatorium“ durchgearbeitet (BGB AT, Schuldrecht III und IV, Sachenrecht). Die darin enthaltenen Übersichten und Einführungen waren mir eine große Hilfe, da sie eine abstrakte Darstellung des Stoffes bieten, anhand derer sich einfacher und vollständiger Lernzusammenfassungen erstellen lassen als dies mit den Fällen allein möglich ist.

Im BGB AT sind die vier Fälle, die behandelt werden, gut und sie wurden auch ausgezeichnet dargestellt. Am schwersten ist mir die Wiederholung des Schuldrecht AT gefallen. Auch hier sind die Fälle gut, vermitteln m.E. aber keinen systematischen Überblick. Da das entsprechende Beck’sche Examinatorium noch fehlt, habe ich mir mit den Hemmer-Skripten (Basic und großes Skript) sowie dem Lehrbuch von Looschelders geholfen. Schuldrecht BT ließ sich demgegenüber sehr gut mit den Fällen wiederholen (vermutlich, da man sich hier an den einzelnen Vertragstypen orientieren kann und daher die Übersicht leicht zu behalten ist). Hier habe ich kaum ergänzt.

Sehr gut fand ich den Kurs im Sachenrecht. Als hilfreich empfand ich hier ebenfalls das Beck’sche Examinatorium, da Professor Neuner einen sehr kurzen aber präzisen Stil hat, der gut ermöglicht, die Systematik zu erkennen. Gleiches gilt für den Bereicherungsrechtskurs. Hier ist das Beck’sche Examinatorium schon sehr detailliert, fast schon zu viel. Auch der Deliktsrechtskurs vermittelt den Stoff gut anhand der Fälle, eine Ergänzung durch das Beck’sche Examinatorium war für mich allerdings sinnvoll, um den Überblick zu behalten.

Insgesamt bietet das Uni-Rep eine wirklich gute Vorbereitung in BGB I-III, wenn man die Fälle durch die Einführungen der Bände des Beck’schen Examinatoriums ergänzt.

2. Nebengebiete

Mit den „Langkursen“ in Familienrecht, Erbrecht und ZPO war ich sehr zufrieden. Die Lernübersichten im Erbrecht bieten eine systematische Gesamtdarstellung des fast ganzen examensrelevanten Stoffes.

Schwer gefallen ist mir die Erarbeitung des Arbeitsrechts und des Gesellschaftsrechts. Die Kompaktkurse waren zwar jeweils sehr gut gestaltet und auch die Fälle sind gut. Da ich beide Gebiete vorher noch nicht richtig behandelt hatte, fehlte mir aber im Arbeitsrecht eine systematische Einführung/Zusammenfassung und im Gesellschaftsrecht eine etwas ausführlichere Einführung/Zusammenfassung. Die Einführung zum Handelsrecht hingegen ist gut gelungen.

Zudem war es mir nur schwer bzw. nicht möglich, die sehr ausführlichen Fälle/Übersichten in der kurzen Zeit nachzuarbeiten, sodass viel liegen blieb und ich Teilbereiche des jeweiligen Gebiets erst einmal gar nicht gelernt habe.

Im Gesellschaftsrecht hat mir das Hemmer Basic-Skript sehr geholfen, im Nachhinein ein besseres Grundverständnis für die Materie zu bekommen. Teilweise habe ich auch das Arbeitsrecht mit dem entsprechenden Hemmer Basic-Skript ergänzt.

3. Fazit

Das Uni-Rep hat mich gut auf das Examen vorbereitet. An einigen Stellen musste ich die Unterlagen ergänzen, um den Stoff abzudecken und das für mich nötige Verständnis zu schaffen.

Für mich war es enorm wichtig, nicht nur anhand von Fällen zu lernen, sondern mir den Stoff abstrakt durch kompakte Zusammenfassungen anzueignen und die Systematik zu verstehen.

Allen Dozenten und Mitwirkenden danke ich recht herzlich! Ich hoffe, dass das Uni-Rep trotz des anstehenden Wegfalls der Studienbeiträge erhalten bleibt und weiter ausgebaut werden kann!  

Tassilo (Termin 2012/II):

Vor noch nicht allzu langer Zeit habe ich selbst diese Seite hier besucht und interessiert die Erfahrungsberichte gelesen. Da dachte ich mir: „Wow, wenn das bei Dir selbst auch so gut klappt, dann schreibst Du auch einen Erfahrungsbericht.” Nachfolgend möchte ich daher ein wenig über meine Erfahrungen mit dem Examinatorium berichten, um vielleicht dem einen oder anderen von Euch die Entscheidung dafür ein wenig zu erleichtern. Allein durch die Vorbereitung mit dem Examinatorium habe ich in meinen drei Zivilrechtsklausuren einen Schnitt von 11 Punkten erzielen können.

1. Entscheidung für das Examinatorium

Im 5. Semester habe ich ein paar Veranstaltungen des Examinatoriums probehalber besucht und mich dort lediglich „berieseln“ lassen, ohne die Fälle nachzuarbeiten. Da mir das Uni-Rep ganz gut gefiel, entschloss ich mich, dieses ab dem 7. Semester richtig zu durchlaufen. Ich habe lediglich einmal bei einem privaten Repetitor probegehört, so dass ich keine großen Vergleiche zu diesen machen kann. Die Entscheidung für das Examinatorium fiel bei mir jedoch aus folgenden Überlegungen heraus:

  • Wenn ich mein Studium bisher ganz gut mit der Uni geschafft habe, wieso das Examen auf einmal nicht?
  • Ob privater Repetitor oder Uni-Rep – viel zu lernen ist es immer und das eigenständige Lernen vermag auch der sympathischste und fähigste Dozent nicht zu ersetzen.
  • Das Uni-Rep ist kostenlos und bietet ebenfalls ein umfassendes Jahresprogramm, das den ganzen Stoff abdeckt.

2. Meine Examensvorbereitung

Ab dem 7. Semester ging es dann also los. Zu diesem Zeitpunkt war ich scheinfrei und hatte auch mein Schwerpunktseminar bereits absolviert. Nach dem zweisemestrigen Durchlauf habe ich dann nach dem 8. Semester mein Examen geschrieben.

Meine Examensvorbereitung im Zivilrecht bestand im Wesentlichen aus dem Besuch der Examinatoriumsveranstaltungen und dem Durcharbeiten der Falllösungen. Meine Erfahrung deckt sich mit dem, was Prof. Grigoleit zu Beginn des Examinatoriums in der Einführungsveranstaltung sagt: Lernen und Verstehen des Stoffes geht am effektivsten durch eigenes „Verarbeiten“ der Unterlagen. Wie man das im Einzelnen macht ist eher zweitrangig, wichtig ist, dass man sich mit dem Stoff auseinandersetzt und ihn für sich selbst aufbereitet. Ich persönlich habe die Fälle auf DIN-A3-Papier zusammengefasst (ähnlich einer Mind-Map) und zusätzlich Definitionen, Schemata, Hinweise, Exkurse etc. (also Stoff, der nicht direkt zur Falllösung gehörte), auf Karteikarten geschrieben. Ein solches Durcharbeiten der Unterlagen ist zwar mühsam und nimmt viel Zeit in Anspruch (ich habe pro Tag fast nie einen ganzen Fall geschafft), hat aber den Vorteil, dass wirklich etwas hängen bleibt. Zudem ist eine zügige Wiederholung des Stoffes wohl nur mit selbst erstelltem Lernmaterial möglich.

Noch ein paar Worte zum Klausurenschreiben: Ich selbst habe eher wenig Klausuren geschrieben (u.a. auch aus Zeitmangel, weil das Durcharbeiten der Unterlagen sehr zeitintensiv war) und kann daher Aussagen wie „ohne 50 geschriebene Probeklausuren ist das Examen nicht schaffbar“ nicht unterstreichen. Dadurch dass ich immer sehr stark an den jeweiligen Fällen gelernt habe, hatte ich nicht das Gefühl, mangelnde Falllösungspraxis zu haben. Aber das ist natürlich bei jedem anders und eine Typfrage. Nichtsdestotrotz ist das Schreiben von Klausuren für den Examenserfolg wichtig, denn es verschafft Routine, gibt Rückmeldung über den eigenen Wissensstand und schult die Fähigkeit, unbekannte Rechtsprobleme in den Griff zu kriegen.

3. Veranstaltungen und Unterlagen

In den Veranstaltungen werden die Fälle besprochen und die Lösung wird via Powerpoint-Präsentation visualisiert. Manchmal ist der Falllösung eine Einführung in die jeweilige Thematik vorgeschaltet. Die Dozenten sind durchweg freundlich, engagiert und machen sich wirklich Gedanken, wie sie den Examenskandidaten den jeweiligen Stoff näher bringen. Für Fragen (auch spätere Rückfragen per e-Mail) waren sie stets ansprechbar. Fast alle Dozenten sind auch sehr jung und selbst erst vor wenigen Jahren bzw. Monaten mit den Examina fertig geworden, so dass in den Veranstaltungen auch hilfreiche Tipps bzw. Erfahrungen weitergegeben werden. Auch wechseln die Dozenten sich oft ab, so dass man im Laufe des Examinatoriums von vielen Dozenten unterrichtet wird (und somit verschiedene Herangehensweisen kennenlernt und Tipps bekommt). Teilweise hält Prof. Grigoleit auch manche Einheiten, so erhält man auch Erfahrungen von „der anderen Seite“, aus Sicht eines Examenskorrektors.

Wie man schon den anderen Erfahrungsberichten entnehmen kann, sind die Unterlagen recht umfangreich. So haben die Falllösungen selten weniger als 20 Seiten, zusätzlich gibt es in manchen Rechtsgebieten noch systematische Übersichten. Die meisten Fälle sind schwierig und anspruchsvoll (ich würde sogar sagen, dass sie teilweise über dem Examensniveau liegen). Das hat den Nachteil, dass man meist relativ lange braucht, um den Stoff nachzuarbeiten. Dies kann manchmal etwas demotivierend sein, z.B. wenn man gerade in seinen wöchentlichen Lernrhythmus gefunden hat und man dann durch einen Blockkurs am Wochenende auf einmal 7 Fälle zusätzlich erhält, die auch nachbearbeitet werden wollen. Aber solche Durststrecken und Motivationslöcher gibt es in jeder Examensvorbereitung, egal für welche Methode man sich entscheidet.

Die Falllösungen sind darauf ausgelegt, Wissen zu vermitteln. Die Ausführlichkeit der Lösungen hat folgende Vorteile: Einerseits ist der Stoff gut verständlich, andererseits ist man auch gezwungen, den Stoff zusammenzufassen. Auch muss man meines Erachtens keine der Fußnoten nachschlagen oder zusätzliche Literatur zum Lernen heranziehen, da die Fälle die Probleme recht umfassend behandeln. Der hohe Schwierigkeitsgrad hat zudem den Vorteil, dass man sich stets auf einem hohen Niveau mit Jura beschäftigt und daher seine juristischen Fertigkeiten verbessert. Außerdem kann einen so im Examen wenig schocken. Man kann das vielleicht mit einem Sportler vergleichen, der im Training auch unter erschwerten Bedingungen trainiert, um für den Wettkampf optimal vorbereitet zu sein. Manche systematischen Übersichten sind recht lang (ich denke da z.B. an die aus dem Deliktsrecht), jedoch verweisen diese bezüglich der Einzelprobleme oft in die Fälle. Man muss diese meines Erachtens nicht alle unbedingt durcharbeiten, sondern kann sie eher zum systematischen Verständnis und zum Nachschlagen heranziehen.

Auch sollte man sich nicht verrückt machen, wenn man es nicht schafft, alle Lösungen nachzuarbeiten. Als ich ins Examen ging, lag auf meinem Schreibtisch auch noch ein recht ansehnlicher To-Do-Stapel an Falllösungen. Alles wissen kann man ohnehin nicht.

4. Fazit

Die Examensvorbereitung mit der Uni kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Schaut euch doch einfach mal ein paar Veranstaltungen an und macht euch ein eigenes Bild. Übrigens: Meine Examensvorbereitung im Öffentlichen Recht habe ich ebenfalls ausschließlich mit dem Examinatorium bestritten und war auch mit diesem sehr zufrieden. Zum Schluss sei noch gesagt, dass der Examenserfolg zum Teil auch etwas Glückssache ist, gerade wenn man sich für den Freischuss entscheidet und im ein oder anderen Rechtsgebiet noch nicht fit ist. Also lasst Euch nicht entmutigen, falls es beim ersten Versuch nicht optimal läuft.

Ich wünsche Euch Durchhaltevermögen für Eure Examensvorbereitung und viel Erfolg im Examen!

Quirin (Termin 2012/I):

Zugegeben, ich habe mich aus dem Bauch heraus und ohne mich ausführlich damit zu beschäftigen für die Examensvorbereitung an der Uni und nicht im privaten Rep entschieden. Eine Freundin hat sich an der Uni vorbereitet und ein „gutes“ Examen gemacht. Ihr habe ich, bevor ich in die Examensvorbereitung eingestiegen bin, ein wenig über die Schulter geschaut. Diese Erfahrung und der Unwille, einem privaten Repetitor Geld in den Rachen zu werfen, haben mich zu der Entscheidung geführt, das Uni-Rep zu besuchen. Und ich habe gut daran getan – 11,89 Punkte im Staatsteil sind dafür das beste Zeugnis.

Ausgangssituation

Vor dem Einstieg ins Rep hatte ich in vielen Teilgebieten des Zivil- und auch des öffentlichen Rechts große Lücken. Die Nebengebiete und das besondere Verwaltungsrecht sind in meinem Studium nur am Rande vorgekommen. Das habe ich auch schon während des Studiums gemerkt. Mein Plan war dann: Schnell scheinfrei werden, den Schwerpunkt abhaken und dann im Rep einen großen Rundumwurf machen. Begonnen habe ich mit dem Besuch des Uni-Reps im 7. Semester, bin aber nach 2 Monaten jäh herausgerissen worden. Im 10. Semester bin ich wieder eingestiegen. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich dann auch bereit und willens gefühlt, das Studium jetzt zu Ende zu bringen.

Das Uni-Rep

Dabei hat das Uni Rep meine Erwartungen an ein Rep voll getroffen: Zusammenfassend ist das Uni-Rep eine umfassende und zielgenaue Examensvorbereitung auf hohem Niveau. Dabei steht des Uni-Rep auf zwei gleich wichtigen Säulen:
Der Assistentenkurs, also das eigentliche Rep, und der Klausurenkurs – ohne eins von beiden geht es nicht.

Der Kern des Assistentenkurses sind die Fälle und Falllösungen, die in jeder Veranstaltung besprochen und anschließend gedruckt (und kostenlos!) ausgeteilt werden. Die Fälle sind zwar sehr umfangreich, schaffen es deshalb aber, den examensrelevanten Stoff umfassend abzudecken. Ich habe nur den Stoff aus den Fällen gelernt und das hat auf jeden Fall gereicht! Sehr gut fand ich, dass die Lösungen verständlich aufgebaut und so überzeugend argumentieren, dass ich nicht das Gefühl hatte, nur Probleme auswendig zu lernen, sondern wirklich ein Verständnis für die Rechtsmaterien zu entwickeln. Der Umfang der Fälle macht die Nacharbeit gerade am Anfang, in den ersten 1-2 Monaten nicht ganz einfach (das gilt aber wohl für jedes Rep). Ich habe mir in der Zeit langsam Sitzfleisch und mein Karteikarten-System erarbeitet, so dass ich danach einen Arbeitsrhythmus gefunden hatte, mit dem das Stoffpensum gut zu bewältigen war.

Entscheidend waren für mich auch die Dozenten im Uni-Rep. Sie sind keine klassischen Repetitoren, die nur ihre Fälle kennen und sich nicht gerne reinreden lassen. Vielmehr sind sie stets Experten auf ihrem Gebiet. Das merkt man an der Sicherheit, mit der sie sich im Thema bewegen, und den Antworten auf Fragen. Für die bestand immer größte Offenheit!

Neben dem Uni-Rep habe ich von vorneherein die Klausuren im Klausurenkurs unter Examensbedingungen geschrieben. Und meine Erfahrung: Ohne geht es nicht! Das Klausurenschreiben tat am Anfang weh, da sich beim Schreiben mein Unwissen ungeschönt offenbart hat und ich auch oft durchgefallen bin. Doch es hilft alles nichts: Das Examen sind (unbekannte) Klausuren und als ich es dann schreiben musste, hatte ich durch die Übung das sichere Gefühl, dass ich da schon irgendwie durchkommen werde. Um über das Jahr meinen Fortschritt zu kontrollieren, habe ich mir eine Tabelle gemacht, in der ich jede Woche die Note mit einem Punkt eingetragen habe. So konnte ich gut sehen, wie meine Ergebnisse immer besser wurden. Das ist wohl der zuverlässigste und unverzichtbare Indikator für den Lernfortschritt.

Lehren aus der Vorbereitung aufs Examen

Klar, es gilt, was alle sagen: ein Patentrezept gibt es nicht. Ob Karteikarten oder Übersichten, viel Lesen oder viel hören ist individuell. Manches aber denke ich gilt für jeden (und auch unabhängig davon, welches Rep man besucht):

Das Examen besteht aus Klausurerfahrung- und Technik und Wissen und Verständnis zu gleichen Teilen. Erstes bekommt Ihr im Klausurenkurs. Zweites setzt die Nacharbeit und das Verstehen der Fälle und das effektive Festhalten von Wissen voraus. Mir hat es zudem sehr gut getan, einen festen Lernplatz und -rhythmus zu haben. Vor allem habe ich nicht zu Hause gelernt, um nicht ständig nur an Jura denken zu müssen. Ich bin in der Früh in die Uni gekommen, habe abgearbeitet (mit gewissen Freiheiten vor allem in Sommer), was ich mir vorgenommen habe, und bin wieder heim. Zu Hause habe ich (mit Ausnahme der letzten zwei Wochen) nichts mehr für das Examen gemacht.

Rückblickend waren aber wohl der wichtigste Teil  meiner Vorbereitung zwei Freunde, die den gleichen Weg gegangen sind. Wir haben uns gegenseitig motiviert und sind so alle am Ball geblieben. Das ist auch mein wichtigster Tipp: Bereitet Euch nicht alleine vor! Wir haben uns sehr stark gegenseitig motiviert und viel über die Falllösungen und unsere Fragen gesprochen. Fragen beantworten zu müssen ist die beste Kontrolle des eigenen Wissens und Verständnisses, schult die juristische Argumentationstechnik und gibt damit Sicherheit! Die gemeinsame Vorbereitung war für mich das A und O und hat das Lernen nicht nur erträglich sondern zu einer schönen Zeit werden lassen (an dieser Stelle danke an Andi und Freddy!).

Abschluss:

Schaut Euch ein, zwei Veranstaltungen und Fälle im Uni-Rep und auch kommerziellen Reps an und entscheidet Euch dann. Aber das wichtigste: fackelt nicht zu lange, bleibt dabei, beißt Euch durch!

 

Markus (Termin 2009/II):

Examensvorbereitung mit der Uni !

Vor inzwischen schon längerer Zeit stand ich, wie meine „Vorredner“ auch, am Glaskasten vor der Zivilrechtsbibliothek und habe mit großem Interesse die Erfahrungsberichte gelesen, die mich dann letztlich davon überzeugt haben, mich mit der Uni auf das Examen vorzubereiten. Bei mir führte es zu einem „vollbefriedigenden“ Ergebnis im Staatsteil.

Doch der Reihe nach:

Ich habe von Beginn an meines Studiums versucht dabeizubleiben, wobei ich gestehen muss, es auch nicht immer geschafft zu haben. Nach dem fünften Semester war ich scheinfrei, den Schwerpunkt habe ich im sechsten und siebten Semester gemacht und die dazu gehörende mündliche Prüfung nach dem schriftlichen Examen, doch diese Studienordnung gilt ja schon nicht mehr. In dieser Zeit habe ich auch angefangen, mich mit der Vorbereitung auf das Erste Staatsexamen zu beschäftigen, wobei ich in dieser Zeit noch auf dem einen oder anderen Irrweg gelaufen bin. Ein Patentrezept, das für alle gleichermaßen gilt, gibt es leider nicht, so dass jeder für sich seinen eigenen Weg herausfinden muss. Dieser Bericht gibt aber hoffentlich einige Anregungen, weil die grobe Linie dann doch wieder die Gleiche ist – daher früh anfangen sich mit dem Thema Examen zu beschäftigen.

So habe ich anfangs gedacht, es würde ausreichen, sich ausschließlich das abstrakte Wissen anhand der gängigen Lehrbücher anzueignen (Grundrisse des Rechts, Kurzlehrbücher etc.), ein Skript daraus zu fertigen und Klausuren zu schreiben. In dieser Zeit fand auch eine Informationsveranstaltung des Examinatoriums Zivilrecht statt. Dort wurde uns dann gesagt, dass man sich anhand eines Fallkompendiums, wie es die Fälle der Examinatorien sind, den Stoff erarbeiten solle. Das war erst einmal ein Schreck, da es das Gegenteil meiner bisherigen Arbeitsweise war. Ich habe mich dann aber trotzdem sehr schnell auf das neue System umgestellt. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Lerneffekt nun viel größer war, wenn man am Fall arbeitet und sich daraus ein Skript anfertigt. Diese Erfahrung haben auch viele andere schon gemacht. Zum Glück wurde die Examensvorbereitung zu der Zeit an der Uni so ausgebaut, wie sie jetzt existiert, nämlich als Ganzjahresprogramm. Damit konnte ich nach dieser „Testphase“ im siebten Semester richtig loslegen.

Ich habe sämtliche Veranstaltungen des Examinatoriums besucht und mir anhand der Fälle ein Skript gemacht, mit Aufbauschemata, Definitionen, Problemstellungen und Übersichten mit dem ich dann gelernt habe.

Als zweiten wichtigen Punkt habe ich seit dem sechsten Semester alle Klausuren des Uni-Klausurenkurses mitgeschrieben. Wichtig ist hierbei, dass man die Klausuren in jedem Fall ohne Hilfsmittel in fünf Stunden schreiben sollte, selbst wenn man von diesem Gebiet (noch) keine Ahnung hat, denn auch im Examen kann es passieren, dass man mit einem Themengebiet konfrontiert wird, das einem nicht all zu viel sagt. Da ist es dann Gold wert, wenn man eine Technik hat, mit der man sich Unbekanntem nähert. Unter dem Strich kam ich so auf ca. 70 Klausuren.

Im letzten halben Jahr habe ich dann den Stoff anhand meiner Skripten ca. 2 – 3-mal wiederholt und in den letzten beiden Monaten vor dem Examen täglich eine Klausur gegliedert, die ich aus den einschlägigen Zeitschriften und der Klausurwerkstatt hatte. Das waren dann noch einmal ca. 50 Klausuren.

Im Examen kam dann aber leider nicht ganz das Ergebnis heraus, das ich mir als Ziel gesteckt hatte, was wohl daran lag, dass ich aus verschiedensten Gründen immer wieder aus der Examensvorbereitung geworfen worden bin und dann mit aller Gewalt versucht habe doch noch mein Pensum zu erledigen. Ich kam dann leider kraftlos und zu verkrampft im Examen an, so dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe. Doch nun zur guten Nachricht: ich bin daraufhin zu Assistenten des Examinatoriums gegangen und habe meine Geschichte erzählt, woraufhin ich ermutigt wurde, es gleich im Folgetermin noch einmal versuchen. Dabei habe ich wertvolle Tipps bekommen, an die ich mich dann auch gehalten habe, d.h. ich bin erst einmal in den Urlaub gefahren und habe mich über das bestandene Examen gefreut, das ja auch keine Katastrophe war – immerhin ein „kleines Prädikat“. Zwei Wochen vor Beginn des Termins im Herbst habe ich dann vormittags jeweils in der Zeit von ca. halb neun bis halb zwei ein bis zwei Fälle gegliedert, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Die Klausuren waren dabei thematisch breit gestreut, um gleichzeitig den Stoff zu wiederholen. Mein Skript habe ich mir nur noch vereinzelt in Ausnahmefällen angeschaut, wenn Fragen offen geblieben sind. Nachmittags war dann Freizeit angesagt. Nun kam endlich besagtes „vollbefriedigendes“ Ergebnis heraus. Dabei hat mir sicherlich sehr geholfen, dass ich direkt im Folgetermin noch einmal geschrieben habe und bereits zum Referendariat angemeldet war. Ich hatte also nichts zu verlieren außer ca. vier Wochen der ohnehin langen Sommerferien nach dem Examen.

Alles in Allem kann ich die Examensvorbereitung mit der Uni nur weiterempfehlen, da die Fälle sehr ausgereift und die Dozenten wirklich sehr engagiert sind. Sie können einen motivieren die lange Zeit durchzuhalten. Auch die immer wieder aufkommenden Zweifel an deren rhetorischen und didaktischen Fähigkeiten, kann ich nicht bestätigen. So wurden die wichtigen Punkte häufig wiederholt und Probleme anhand einprägsamer Beispiele, an die man sich gerne erinnert, verdeutlicht. Auch wenn die Fälle manchmal sehr umfangreich sind, sollte einen das nicht abschrecken, da das für die Entwicklung von Problembewusstsein notwendig ist. Außerdem ist die Examensvorbereitung ein ständiger Kampf gegen das Vergessen und da ist es gut, wenn man sich ein tendenziell zu umfangreiches Wissen aneignet, als wenn man sich von vornherein nur auf das Notwendigste beschränkt.

Die Tatsache, dass ich erst beim zweiten Anlauf zu dem Ergebnis gekommen bin, das ich mir immer als Ziel gesteckt habe, war dabei jedenfalls nicht auf das Programm an der Uni zurückzuführen, sondern wohl eher ein persönliches Problem und soll gleichzeitig all diejenigen ermutigen, es noch einmal zu versuchen, die glauben sich „unter Preis verkauft zu haben“ – das Wissen war ja da.

 

Viel Spaß und Erfolg mit dem Examinatorium!!!

 

Benedikt (Termin 2009/I):

Erfahrungsbericht Tutorium Zivilrecht 2007 – 2009

Für mich geht hier gerade ein Traum in Erfüllung. Vor ca. zwei Jahren stand ich vor dem Glaskasten des Tutoriums Zivilrecht und habe die anderen Erfahrungsberichte gelesen. Ich habe schon zu diesem Zeitpunkt beschlossen, eben einen solchen zu verfassen, sollten bei mir im Examen die Noten etwa annähernd so ausfallen. Das ist jetzt so geschehen. Ich habe in meinem Examen in den drei Zivilrechtsklausuren einen Schnitt von über 12 Punkten abgeräumt. Alles nur aufgrund der Vorbereitung mit dem Tutorium Zivilrecht. So viel zu den Fakten. Nun mal alles auf Anfang:

1. Examensvorbereitung

Ich will hier zunächst mal in Grundzügen meine persönliche Examensvorbereitung skizzieren. Das bedeutet nicht, dass ich hier  ein Dogma aufstellen will nach dem Motto, „nur so geht’s“. Die Examensvorbereitung ist eine sehr persönliche und individuelle Sache. Dafür gibt es kein perfektes Rezept! Wichtig ist nur, dass Ihr Euch für eine Sache entscheidet und nicht dauernd die eigene Konzeption über den Haufen werft.

Ich habe mich persönlich von Anfang an dazu entschlossen meine Examensvorbereitung mit der Uni zu machen, d.h. ohne kommerziellen Repetitor. Ich war noch nicht einmal beim Probehören. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen hatte ich schon im fünften Semester diverse Tutoriumsveranstaltungen besucht und war vom Konzept des Examinatoriums voll und ganz überzeugt. Ferner fehlte mir die Motivation, bis zu 200 € im Monat zum Rep zu tragen (hätte ich mir auch gar nicht leisten können!). Weiter war mein Verhältnis zu diversen Repetitoren schon gestört, da ich im dritten und vierten Semester auf Anraten eines Kommilitonen nur mit deren Skripten für die VÜs gelernt habe. Die Ergebnisse waren jedoch mehr als enttäuschend. Nach gewisser Zeit fand ich die Konzeption dieser Skripten auch mehr als peinlich, da diese, meines Erachtens, nach dem Motto „Jura für Dumme“ aufgebaut sind. Ich wollte mich aber nicht darstellen lassen, als wäre ich zu beschränkt, um irgendwie irgendwann einmal in die höheren Sphären der Jurisprudenz aufzusteigen. Ich entschied mich dann in der Mittelphase, das Tutorium zum Verwaltungsrecht von Prof. Wolff zu besuchen und ausschließlich mit dessen Fällen zu lernen. Et voilà: Mein VÜ Schein in Ö-Recht kann sich wirklich sehen lassen

Schließlich habe ich im sechsten Semester mit der Examensvorbereitung begonnen, wobei ich im Nachhinein gestehen muss, dass ich in diesem Semester erst gelernt habe, wie man überhaupt richtig lernt.

Natürlich habe ich zu Beginn völlig planlos angefangen und zu jedem Rechtsgebiet ein Buch durchgeackert (Köhler, Brox, Degenhart, Detterbeck, Wessels usw.). Das ist zwar fürs Wissen gut, bringt aber für die Falllösung gar nichts. Im Examen werden Klausuren geschrieben. Deswegen muss man den Stoff auch anhand von (anspruchsvollen) Fällen erarbeiten. Dies wurde mir gegen Ende des Semesters auch klar und ich habe den Schuldrecht BT Kurs des Tutoriums durchgearbeitet.

Zu Beginn des Wintersemesters 07/ 08 wurde dann das Münchener Examenstraining ins Leben gerufen und ich habe von diesem Zeitpunkt an alle angebotenen Veranstaltungen besucht. Meine Woche sah dann in etwa so aus: Besuch der Veranstaltungen, Nachbearbeiten sämtlicher Fälle (Exzerpieren aus Karteikarten) und am Samstag Klausur. Daran änderte sich auch erst einmal ein Jahr lang nichts. Mir war immer sehr wichtig, dass nicht zu viele bzw. gar keine Fälle liegen bleiben, d.h. ich habe immer den ganzen Stoff der Woche nachgearbeitet. Das ist manchmal ziemlich anstrengend, aber egal. Das Studium ist halt kein Kinderfasching. Nach ca. einem Jahr wurden dann die Noten in den Probeklausuren auch langsam besser. Dies bestätigte mich, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Die Klausuren haben sich dann schon auf einem Niveau von relativ konstanten 8-9 Punkten eingependelt, wobei natürlich immer mal wieder der eine oder andere Rückschlag zu verkraften war. Im August standen schließlich zwei Wochen Erholung auf dem Plan (ja das geht und das ist auch wichtig, genauso wie mindestens ein freier Tag die Woche! Sieben Tage durchlernen ist kontraproduktiv!!!).

Im letzten halben Jahr habe ich dann den Stoff anhand meiner Unterlagen wiederholt, weiter Klausuren geschrieben und noch mal ca. 50 Klausuren gegliedert. Ab und zu habe ich mit ein paar Kollegen eine AG gemacht, wobei das eigentlich immer lockere Stoffbesprechungen waren. Wir saßen dafür gemütlich im Jura Café und haben unsere Unterlagen verglichen, d.h. auf Vollständigkeit überprüft. Nach eineinhalb Jahren effektiver Lernzeit bin ich dann ins Examen gegangen – und mit einer zweistelligen Punktzahl (ohne Schwerpunkt) wieder rausgekommen. Gearbeitet hab ich ausschließlich mit den Materialien des Tutoriums

Also hier mal meine Examensvorbereitung im Kurzüberblick:

- 5-6 Tage die Woche; 8 Stunden pro Tag

- ein Tag die Woche zwingend frei (im Sommer das ganze Wochenende)

- über 70 geschriebene Probeklausuren

- über 50 Klausuren gegliedert

- viel Sport - als Ausgleich

 

2. Vorurteile

Am Ende will ich noch versuchen ein paar Vorurteile auszuräumen bzgl. des Tutoriums, die mir Laufe des Studiums immer wieder von Rep Studenten entgegengebracht wurden.

- Die Fälle in den Hauptgebieten sind zu knapp und greifen nicht den ganzen Stoff ab

Die Behauptung ist falsch. Die Fälle für BGB I-III sind sehr ausführlich. Wenn man sie durcharbeitet inkl. der systematischen Übersichten, hat man sich das Handwerkszeug erarbeitet, welches man fürs Examen braucht. Manche Reps sind was dies anbelangt, denke ich, noch nicht aufgewacht. Es macht heute keinen Sinn mehr, nur in den „Basics“ fit zu sein. Der Schwerpunkt liegt mittlerweile nicht selten auf den Nebengebieten (Arbeitsrecht, Erbrecht, ZPO!). Gerade hier hatten die Tutoriums Leute nach meiner Einschätzung einen enormen Vorsprung vor den anderen Kandidaten

- Die Fälle sind insgesamt zu schwer und zu umfangreich

Richtig ist, dass sich ein paar Fälle des Examinatoriums an der Grenze des Machbaren bewegen. Ich denke da nur an „Konkurrenz belebt das Geschäft“, „Chinese Pizza“ oder „Trau’ schau’ wem“. Fakt ist aber auch, dass, wenn man diese Fälle mal in den Grundzügen durchdacht hat, man sicher sein kann ein extrem hohes Niveau im Zivilrecht erreicht zu haben. Nur die Harten kommen in den Garten!

Es stimmt auch, dass die Fälle zum Teil sehr umfangreich sind. Das liegt aber daran, dass sie auf Wissensvermittlung angelegt sind. Nach Durcharbeiten der vier Fälle zum Kaufrecht braucht man kein Lehrbuch ergänzend mehr heranzuziehen. Man kann sich sicher sein, dass damit alle relevanten Probleme aufgegriffen wurden. Ansonsten ist das Niveau der Fälle durchweg hoch. Aber das reicht einem später im Examen eher zum Vorteil als zum Nachteil

 

- Die kommerziellen Repetitoren sind die besseren Didaktiker

Jetzt kommt’s ganz darauf an, was man erwartet. Ich persönlich bevorzuge Dozenten, die weder schreien, noch zu Beginn jeder Stunde nervös mit Ihrem Porsche Schlüssel spielen und mir vorkauen, wie dumm ich eigentlich bin, dass ich ihnen das ganze Geld nachtrage. Ich wollte keine Kurse bei Volksrednern, sondern bei Leuten, die mir was beibringen.

Das war bei allen Dozenten des Tutoriums der Fall. Und ich hatte selbst im Examen noch diverse Szenen aus dem Tutorium vor mir. Vor allem muss ich bei manchen Zitaten immer noch schmunzeln:

- „Sie gehen zu ihrer Nachbarin und sagen, dass sie einen Betreuer braucht“ (Dr. Herresthal zum Streit bzgl. der Anwendbarkeit der GoA auf nichtige Verträge)

- „Hochzeitsnachttheorie: Aufhebung, Übertragung, Belastung und Inhaltsänderung“ (Frau Dr. Auer zur Definition der Verfügung)

usw.

 

3. Fazit

Es gäbe noch so viel mehr zu berichten. Aber ich denke, ich konnte schon einen ersten Einblick in die Welt des universitären Examenstrainings vermitteln. Ich kann alle Examenskandidaten nur ermutigen sich das Programm einmal vorurteilsfrei anzusehen. Wie man sieht, kann man mit dem Tutorium Zivilrecht ein ganz passables Examen schreiben.

 

Christian (Termin 2009/I):

Examensvorbereitung mit dem Münchner Examenstraining

Vor etwas mehr als einem Jahr stand ich am Schaukasten an der Zivilrechtsbibliothek und fragte mich, ob ich es wirklich wagen soll: Examen ohne Rep? Auch ich war zu jedem Repetitor gelaufen, hatte „probegehört“ und mir Skripten schenken lassen, habe mit vielen Kommilitonen gesprochen – jeder hat etwas anderes geraten – und eben auch viele Erfahrungsberichte gelesen.

Ich habe mich für die Vorbereitung mit dem Münchner Examenstraining entschieden und bin im Staatsteil auf 10,5 Punkte gekommen.

Weil ich selbst von den Erfahrungen Anderer profitiert habe, möchte ich die Meinigen hier weitergeben. Es gibt viele Wege zu einem erfolgreichen Examen, wichtig ist, dass man seinen persönlichen findet. Meine Vorbereitung sah jedenfalls so aus:   Nach Ablegung des Schwerpunkts habe ich ein Jahr und 3 Monate gelernt. Im Allgemeinen habe ich mir anhand von Fällen und Übersichten eigene Übersichten erstellt, die ich dann gemeinsam mit den Fällen wiederholt habe. Meine Lernwoche zählte 5 1/2 Tage, am Ende sogar 6.  Ich habe die Veranstaltungen des Examinatoriums regelmäßig besucht und die Fälle mit einer Arbeitsgemeinschaft zusammen mit 3 Freunden nachbesprochen. Daneben gehörten nach einer kurzen Aufwärmphase der Klausurenkurs und im letzten halben Jahr auch die Klausurenwerkstatt zu meinem Programm. In allen Veranstaltungen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Dozenten sehr engagiert sind und Anregungen gerne aufnehmen.  Im Strafrecht habe ich mich ausschließlich auf die Unterlagen des Examinatoriums verlassen. Sie sind sehr gut strukturiert und der Stoff lässt sich anhand der Gesamtübersicht, auf der alle Problemfelder vermerkt sind, schön repetieren.  Im öffentlichen Recht habe ich neben den Fällen in vielen Fächern auch ein Lehrbuch zurate gezogen, um den Stoff noch etwas zu vertiefen. Ex post wäre dies eigentlich nicht nötig gewesen. Im Zivilrecht habe ich ebenfalls hauptsächlich mit den Tutoriumsunterlagen gearbeitet und hier mein Wissen auch anhand von Literaturverweisen und Lehrbüchern erweitert. Wenn es zu den Fächern systematische Übersichten, Gliederungen oder Schemata gab, war dies sehr hilfreich.

In der Nachbetrachtung kann ich sagen, dass der Stoff, der in meinem Termin gefragt war, durch die Unterlagen in allen Fächern sehr gut abgedeckt war. Da im Examen aber nicht nur bekannte Probleme gefragt sind, habe ich regelmäßig Klausuren geschrieben, die ich entweder anhand der Lösungsskizze oder der Besprechung verbessert habe. Der Klausurenkurs ist zwar thematisch zwischen den Dozenten nicht abgestimmt, aber auch das ist in der Nachbetrachtung förderlich: Denn auch das Examen folgt in Themenwahl und Klausurenausgestaltung Gesetzen, die nicht unmittelbar einleuchten. Es fördert das eigene Denken, wenn der Klausurenersteller eine Sache einmal anders aufbaut als im Examinatorium und die Lösungsskizze etwas anders ausfällt als gewohnt. Diesen Lernprozess kann man in der Klausurenwerkstatt noch intensivieren. Hier erhält man besonders wertvolle taktische Tipps, außerdem übt man mit Originalexamensklausuren. Da man seine Lösung nicht ausformulieren muss, kann man dies zeitlich mit den anderen Veranstaltungen kombinieren.

Nach dem schriftlichen Teil habe ich erst einmal pausiert. Dann habe ich die Veranstaltungen der professoralen Ergänzungen in Anspruch genommen. Diese helfen bei der Motivation halten einen auf dem Laufenden, was die Rechtsprechung angeht. Besonders geholfen hat mir die Veranstaltung von Professor Dr. Rimmelspacher, in der die mündliche Prüfung simuliert wird. Denn wie bei Klausuren gilt auch hier: Übung des Ernstfalls macht den Meister. Jede Woche werden 3 Studenten eine Stunde lang geprüft, danach wird die Prüfung inhaltlich und im Hinblick auf die soft-skills in der Gruppe besprochen, im Anschluss findet noch eine Video-Analyse statt.

Als Fazit kann ich sagen, dass ich meine Vorbereitung gelungen fand, ich würde es heute auch wieder so machen. Wichtig ist, dass man seinen eigenen Weg findet und eine gute Balance findet. In diesem Sinne wünsche ich viel Glück, Spaß und Erfolg.

 

Clemens (Termin 2006/II):

Kurzer Erfahrungsbericht für alle Studierenden: Examen mit der Uni Hallo an alle Jurastudenten, die hier Anregungen für die Planung der Examensvorbereitung suchen! Auch ich habe im Termin 2006/II mein Examen abgelegt mit einer Gesamtnote von 12,62. Meine Vorbereitung habe ich im Zivilrecht mit der Uni bestritten, wobei dem Tutorium der größte Stellenwert zuteil wurde. Zunächst einmal ging es mit dem Grundkurs von Prof. Lorenz los, der mir damals viel Spaß machte und bei dem man vor allem schon eine Menge mitnehmen kann – stetiges „am Ball bleiben“ von Anfang an ist meiner Meinung nach eh Gold wert. Ab dem vierten Semester hab ich dann die Tutorien besucht, wobei die Nebengebiete erst einmal außen vor blieben. Nachdem ich nach dem fünften Semester scheinfrei war, überlegte ich mir lange, ob ich mit oder ohne Repetitor lernen wollte. Ich entschied mich dafür den Weg mit einem Freund zusammen und mit der Uni zu beschreiten, denn wir hatten aus den ersten Semestern zumindest einen Überblick was so alles kommt, wir konnten auf diese Weise flexibler lernen und für mich persönlich war es sehr wichtig der völlig unnötigen Panik vor dem Examen auszuweichen. Außerdem sah ich mich in der Lage mich selbst zu motivieren und brauchte dazu keine „aufmunternden“ Sprüche eines Repetitors. Nachdem Wir einen Plan gemacht hatten was alles zu bewältigen sei und wie viel Zeit wir ungefähr dafür brauchen wollten, legten wir dann los mit den Unterlagen des Tutoriums, flankiert mit Lehrbüchern für interessante Einzelfragen und einen zweiten Blickwinkel auf (scheinbar) schon vollständig Verstandenes. Wir hatten ein Wochenpensum an Fällen und Themen und tauschten uns dann jede Woche in einer ca. fünfstündigen AG aus (Fälle stellen, erkannte Fallen erklären, interessante Verbindungen zeigen, Fragen stellen). Sehr hilfreich waren auch immer die Übersichten (und die von mir leider erst spät entdeckten Jus-Lern CDs, die auch von Tutoriumsleuten und Münchner Professoren stammen), sowie natürlich das abendliche Tutorium selbst und die Möglichkeit dort Fragen zu stellen, die ausführlich gemeinsam mit den Dozenten geklärt wurden. Vielen Dank für Ihre Hilfe und Geduld auch von mir nochmals an die unglaubliche Frau Dr. Auer, Herrn Dr. Herresthal, Herrn Fornasier und Herrn Werner, sowie die schon ausgeschiedenen Herren Riehm und Thume! Daneben habe ich auch einige andere Univeranstaltungen im Zivilrecht besucht, etwa gelegentlich das Examinatorium und z.B. im Arbeitsrecht eine Veranstaltung bei Prof. Franzen. Sehr wichtig war zudem sicher auch das Klausurenschreiben, das man an der Uni oder bei seinem Repetitor unbedingt wahrnehmen sollte. Ich schrieb einige Klausuren an der Uni und bin dann ein Jahr zu Dr. Knöringer gegangen bei dem ich nochmals sehr viel an Systematik dazu gewann. Für das öffentliche Recht und das Strafrecht kann ich Univeranstaltungen ebenfalls sehr empfehlen, insbesondere die Ö-Rechtsexaminatorien an der Uni, sowie die gleichnamigen Beck´schen Bücher und das Klausurenangebot an der Uni. Alles in allem denke ich ist die Entscheidung, ob man sich mit der Uni oder dem Repetitor oder sonst irgendwie auf das Examen vorbereitet eine sehr persönliche Entscheidung. Ich kann nur festhalten, dass es jedenfalls auch mit der Uni (speziell unserem Tutorium!) und einem Freund und gegenseitiger Motivation gut geht und interessant ist, wenn man gerne flexibel an persönlichen Schwächen arbeitet. Das einzige was ich wirklich als absolute Empfehlung aussprechen kann ist: nur keine Panik! Teils schlechte Übungsklausuren gehören zum System und wer am längsten in einer Bibliothek sitzen kann, bekommt nicht allein dafür einen Preis. Erholung ist auch wichtig – nie verrückt machen lassen! Ich wünsche Euch viel Erfolg und auch Spaß mit dem Tutorium!

 

Maximilian (Termin 2004/I):

Liebes Tutoriumsteam,

ich möchte mich ganz herzlich für Eure ganz außerordentlich engagierte, kompetente und motivierende Hilfe bei der Examensvorbereitung bedanken!
Nach gut anderthalb Jahren Lernzeit habe ich mein Examen 2004/I mit der Note "Vollbefriedigend" geschrieben. Ich habe mich im Zivilrecht ausschließlich mit Hilfe der Tutorien vorbereitet und auf den Besuch eines Repetitors verzichtet.
Mehr denn je bin ich nun davon überzeugt, dass es für jeden Jurastudenten ohne weiteres möglich ist, ohne kommerziellen Repetitor ein Examen zu machen, das den persönlichen Möglichkeiten entspricht. Es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum immer behauptet wird, eine Vorbereitung ohne Repetitor sei nur für die absoluten Jurafreaks etwas, man müsse sich über die weit überdurchschnittlichen Ergebnisse der Nicht-Repetitoriumsgänger nicht wundern. Jemand, der sein ganzes Studium über Scheine um die 4 Punkte geschrieben hat, kann sich genauso hinsetzen, sich einen Lernplan machen und am Ende ein Examen im Bereich "befriedigend" machen.

Im Einzelnen: Insgesamt habe ich das komplette "Tutoriumsprogramm" zweimal durchlaufen: das erste Mal parallel zu den großen Scheinen, wobei ich auch Veranstaltungen habe ausfallen lassen und die Fälle nicht immer nachgearbeitet habe. Im zweiten Durchgang habe ich dann jede Veranstaltung besucht und die Fälle gründlich nachgearbeitet - teils alleine und teils in einer 2-er Arbeitsgemeinschaft.
Die Fälle und Lösungen sind meines Erachtens dogmatisch auf außergewöhnlich hohem Niveau. Alleine das "Nachdenken" der verschiedenen Lösungswege und Argumentationsstränge schult das juristische Verständnis, wobei es gar nicht so sehr darauf ankommt, jede Theorie auswendig zu lernen oder gar alle Probleme zu kennen. Im Examen kommt es im Unterschied zu den Klausurenkursen im wesentlichen auf eine gute Argumentation an und nicht so sehr auf Schlagworte.
Ich habe meine Examensklausuren mit den Anmerkungen der Korrektoren durchgesehen und hatte überall dort schlechte Ergebnisse, wo ich nicht argumentiert, sondern auf "herrschende Meinung", "Rechtsprechung" versiesen oder schlicht ausgeführt habe, dies oder jenes sei "nicht sachgerecht", "unbillig" oä (und andersrum).

Und genau deshalb ist es sehr hilfreich, wenn in den Tutoriumsfällen auch ältere Theorien oder nicht mehr vertretene Meinungen und ihre Argumente angeführt werden.
Damit soll aber nicht geleugnet werden, dass es im Examen ebenso auf abfragbares Wissen ankommt, daher ist es auch wichtig, sich Aufbauschemata und Definitionen einzuprägen. Hinsichtlich der Definitionen bin ich dem Vorschlag von Herrn Herresthal gefolgt und habe mir ein Definitionen-Heft angelegt. Das hilft doppelt, denn zum einen freut sich natürlich jeder Korrektor, wenn er eine richtige Definition liest (oder in der mündlichen Prüfung hört) und zum anderen hilft einem die Kenntnis der genauen Definition auch oft, ein Problem zu erkennen, man sieht dann nämlich plötzlich, wo's im Fall dann eben problematisch wird. Nicht erforderlich ist es hingegen nach meiner Einschätzung, alle möglichen BGH-Fälle zu kennen, ständig Entscheidungen nachzuarbeiten uä. Wenn überhaupt, kommt der Fall dann im Examen ein bisschen anders dran und man kann sich eh nicht mehr genau erinnern, wie das der BGH denn nun gemacht hat.

Ganz besonders empfehlen möchte ich zum Schluß noch die Einführungsveranstaltung des Tutoriums zum Wintersemester, welche früher Hr Grigoleit und nun Hr Herresthal machen. Zum einen hat mich das Ganze total motiviert und es mir ermöglicht, subjektiv die Schwelle zum "Jetzt geht's los" zu überschreiten und zum anderen werden klar und deutlich die Faktoren für eine erfolgreiche Examensvorbereitung dargestellt: man muss dahin, wo's weh tut, würde man im Fussball sagen!
- also den Textmarker weglegen und dafür verstehen, was man liest,
- über 50 Klausuren schreiben
- 6-Tage-Woche
(Wobei das nicht heissen soll, dass ich das alles so geschafft habe).

Ich wünsche der universitären Examensvorbereitung, dass es die zivilrechtlichen Tutorien noch lange gibt und dass endlich auch das öffentliche Recht und das Strafrecht vergleichbare Veranstaltungen anbieten.
Und nochmals: ganz herzlichen Dank für alles!!

Maximilian

PS: Ach ja, man spart immerhin noch 1500-2000 Euro.

 

Elvis (Termin 2004/I):

Sehr geehrtes Tutoriumsteam,
liebe KommilitonInnen,

ich habe mich vor einiger Zeit entschlossen, das Examen ohne kommerziellen Repetitor zu absolvieren und mich im Zivilrecht überwiegend mit dem Tutorium vorzubereiten. Bei diesem Entschluss geholfen haben mir die damals vorhandenen Erfahrungsberichte, aus denen hervorging, dass auch ohne Repetitor und nur mit dem Tutorium gute (oder vielleicht sogar bessere???) Noten erreichbar sind.
Aus diesem Grund möchte ich nun allen, die ebenfalls vor dieser Frage stehen, mit meinem Erfahrungsbericht die Entscheidung pro Tutorium erleichtern.
Ich habe das Tutorium  mehrfach komplett gehört, beginnend bereits ab dem dritten Semester. Nachträglich würde ich das anders gestalten: Die Semester drei und vier sind definitiv zu früh, da das Niveau der Veranstaltung einfach viel zu hoch ist. Die Zeit kann man anders besser investieren.
Heute würde ich das Tutorium kompakt in zwei Semestern absolvieren, danach ein Wiederholungs- und Übungssemester einlegen und im Anschluss daran das Examen schreiben.
Inhaltlich deckt das Tutorium alle wichtigen Problemfelder und Gebiete umfassend ab. Was die Aktualität angeht, ist es nicht zu schlagen.
Zur Form der Darbietung: Es wird weniger Wert auf "Sounds" etc. gelegt, denn auf das Erlernen der Fähigkeit zu argumentieren und zu werten. Im Tutorium wird desöfteren der Sinn und Zweck einer Norm erläutert und hinterfragt, warum diese überhaupt nötig ist.
Aber am allerwichtigsten: das Tutorium legt großen Wert auf strukturiertes Lernen. Was nützt es schon, ein Problem und drei Meinungen dazu zu kennen, wenn man nicht weiß, unter welchem Prüfungspunkt das Problem sinnvollerweise anzusprechen ist?
Auch im Hinblich auf die mündliche Prüfung ist das Tutorium durch seine Tiefe und Aktualität eine sehr gute Vorbereitung.

Zwar hat bei den Dozenten in letzter Zeit ein gewisser Wechsel stattgefunden, so dass ich nicht zu allen etwas sagen kann, die mir bekannten sind jedoch allesamt äußerst kompetent, engagiert und motiviert. Bei allen liegt das Examen noch nicht allzu lange zurück, so dass sie die Sorgen des Studenten kennen.

Alles in allem hat mir das Tutorium im Zivilrecht zu einem Schnitt von genau 11 Punkten verholfen. Dafür herzlichen Dank!

Zuletzt noch ein auch nicht zu unterschätzender Aspekt: die gesparten 1500-2000 Euro kann man nach dem Examen erst mal in einen schönen Urlaub investieren...

Viel Spaß und Erfolg!

 

Johannes (Termin 2003/II):

Also, vor dem Erfahrungsbericht muß mal eines gesagt werden:

DAS TUTORIUM IST MIT ABSTAND DIE BESTE VERANSTALTUNG, DIE DIE LMU IHREN JURASTUDENTEN ZU BIETEN HAT.
Wenn das Tutorium aus Kostengründen dicht machen müßte, wäre das eine Katastrophe und das Ende der universitären Examensvorbereitung.

Zum Erfahrungsbericht:
Ich habe im Termin 2003/II nach 9 Semestern mein Examen mit 14,41 Punkten abgelegt. Aufs Zivilrecht habe ich mich fast ausschließlich mit dem Tutorium vorbereitet. Stofflücken habe ich mit den Inhaltsverzeichnissen größerer Lehrbücher gesucht und dann die entsprechenden Stellen nachgelesen.Das Tutorium habe ich in 2 Semestern absolviert (7. und 8.) und den gesamten Stoff im letzten Semester vorm Examen nochmal durchgemacht. Das Tutorium rät grundsätzlich dazu, das gesamte Programm auf 4 Semester zu verteilen, was keinen Beifall verdient. Denn dann dauert die Examensvorbereitung mindestens 2 Jahre und damit entschieden zu lang. Das Tutorium bietet während des Wintersemesters 4 und während des Sommersemesters 3 Kurse an. Dabei habe ich jeweils 2 Kurse intensiv vor- und nachbearbeitet. Bei den übrigen Kursen habe ich mir kurz vor Beginn die Fallangaben durchgelesen. Das ist nötig, weil man sonst während des Semesters praktisch nur Zivilrecht macht und nicht zu den anderen Stoffgebieten kommt.

Bevor ich das Tutorium besucht habe, habe ich bei allen drei großen in München ansässigen Repetitorien probegehört und mich dann schließlich für das Tutorium entschieden, weil
- es nirgendwo liebevoller ausgearbeitete Fälle gibt
- man besser von überfrachteten Fällen wieder die Hälfte vergißt als von solchen, die schon nach Repetitorart mundgerecht zurechtgeschnitten sind
- Achim Wüst abschreckend unsympathisch ist und ich nicht an der Finanzierung seines nächsten 400-PS-Wahnsinns-Autos mitwirken wollte
- es nix kostet
- die Dozenten allesamt außerordentlich freundlich, gut vorbereitet und bemüht sind.

Wenn es etwas gibt, wasa ich etwas störend fand, war es der Umstand, daß es allein vom Zufall abhing, ob man nach der Veranstaltung mit oder ohne Unterlagen nach Hause ging. Aber wahrscheinlich hat sich die Situation hier durch Einführung des Coupon-Systems inzwischen gebessert.
Bei allen, die am Tutorium mitgewirkt haben, möchte ich mich hier ganz herzlich bedanken. Ihr wart super! Hoffentlich gibt es die Veranstaltung noch möglichst lange.

Johannes

 

Anna Frey (Termin 2003/I):

Der Erfahrungsbericht von Anna Frey wurde 2004 in der "Zeit" veröffentlicht. Sie finden den Artikel, indem Sie hier klicken. (Sie verlassen den Auftritt der Fakultät und werden extern weitergeleitet).